Zwischen Neckar und Alb

Echte Kerle messen ihre Kräfte

Highland-Games Teilnehmer aus ganz Europa kamen zum Wettbewerb in Nürtingen. Andreas Deuschle holt Gesamtsieg.

Nürtingen. Die Nürtinger High­land-Games sind ein Kräftemessen, das seinen Ursprung im schottischen Hochland hat. Dabei fordern die traditionellen Disziplinen - wie der Hochwurf eines 19,2 Kilogramm schweren Steines oder drei Brocken zu je 50, 83 und 125 Kilogramm auf einen Meter Höhe zu stemmen - den Athleten aus ganz Europa alles ab.

Für den amtierenden Weltmeister, den Nürtinger Andreas Deusch­le, ist dies reine Routine. In nahezu allen Disziplinen war er ungeschlagen und sicherte sich somit auch den Gesamtsieg in der Kampfklasse Masters. Sein Teamkamerad vom SV Hardt Michael Müller schaffte es auf Platz 4. Der Schweizer Franz Stengli hingegen kam erst vor einem halben Jahr zu dem Sport. Im wahren Leben arbeitet der 32-Jährige für einen Versandriesen als Marketing-Manager. „Ich hab’ ein Youtube-Video gesehen und fand’s voll cool“, erzählt der Schweizer. Seither hat sich der ehemalige Profi-Basketballer von 95 Kilogramm Körpergewicht auf 170 Kilogramm hochtrainiert - bei rund 7 000 Kalorien täglicher Energiezufuhr und ständigem Krafttraining. Dies zahlte sich aus: Der Frischling siegte in der Klasse B-Heavy.

Der Tagessieg in der Kampfklasse A-Heavy ging an den Niederländer Patrick van Antwerpen. Trotz durchwachsenem Wetter, „schottisch“, wie Andreas ­Deu­sch­le es beschreibt, kamen wieder etliche Schaulustige, um sich das Spektakel aus der Nähe anzusehen. Und eben der Jubel der Zuschauer ist es, der manch einen Athleten erst zur Höchstform auflaufen lässt: „Ich genieß’ das hier, so angefeuert zu werden vom Publikum, das macht alles richtig Spaß“, so der Schweizer Wirt François Baeriswyl. Mit 54 Jahren gehört er zu den erfahreneren Highlandern und verrät sein Geheimnis: „Ich muss nicht trainieren, mich hält das Bier in meiner Kneipe fit.“Daniel Jüptner

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