Zwischen Neckar und Alb

„Ein herausragender Kulturort“

Burg Finanzministerin Edith Sitzmann informiert sich über die Sanierung des Hohenneuffen.

Neuffen. 2,9 Millionen Euro hat das Land in den vergangenen Jahren in die Sanierung des Hohenneuffen investiert. Finanzministerin Edith Sitzmann hat sich auf ihrer Burgen- und Schlössertour vergewissert, dass das Geld gut angelegt ist.

Das Programm der Ministerin ist dicht gedrängt. Trotzdem nahm sie den letzten Anstieg zur Burg zu Fuß in Angriff, lassen sich doch dabei Schritt für Schritt Aufbau und die Zu- und Umbauten während der vergangenen Jahrhunderte erklären. Diese Aufgabe übernahm Michael Hörrmann, der als Geschäftsführer der Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg (SSG) das neue Nutzungskonzept für die touristisch interessanten Liegenschaften des Landes, so auch für die Burg Hohenneuffen, erläuterte.

Die Burg ist um 1100 erbaut und im 16. Jahrhundert zu einer der sieben Landesfestungen ausgebaut worden. Ob sie nach Kämpfen eingenommen wurde, dazu gab es unterschiedliche Interpretationen zwischen Neuffens Bürgermeister Matthias Bäcker, der die Ministerin begrüßte, und Hörrmann.

Ministerin Sitzmann betonte auf der Burg: „Die Festungsruine ist ein herausragender Kulturort am Albrand und trägt zur regionalen Identifikation bei.“ Es sei eine zentrale Aufgabe des Landes, das Erbe der historischen Monumente zu bewahren und erlebbar zu machen. Das neue Nutzungskonzept der Ruine bietet genau das.

Geschäftsführer Hörrmann sagte: „Mit der Zuständigkeit der SSG wurden, teils in Kooperation mit dem Pächter der Gaststätte, neue Konzepte erarbeitet.“ Hörrmann betonte die Bedeutung von Gastronomie an Kulturorten. So ist die Burg Teil des Themenjahrs „Von Tisch und Tafel“ der SSG. Das diesjährige Veranstaltungsprogramm steht unter dem Motto „Menü und Kultur“ und reicht vom Rittermahl über Kabarett bis zum Krimidinner und vielem mehr.

Seit der SSG-Zugehörigkeit gibt es vier themenbezogene Führungen, außerdem Führungen samstags und sonntags sowie an Feiertagen jeweils um 15 Uhr gegen ein Entgelt. Der Eintritt zur Burg selbst ist frei, „wie in vielen anderen unserer Burgen“, betont Hörrmann. Deshalb ließen sich die Besucherzahlen auch nicht exakt ermitteln, doch seien sie mit dem neuen Konzept deutlich angestiegen. Bürgermeister Bäcker bestätigte: „Auch für Neuffen hat der Tourismus Bedeutung, die Übernahme der Burg durch die SSG hat nochmals einen Schub gegeben.“ Die Stadt selbst trage dazu mit dem Angebot von standesamtlichen Trauungen bei.

Für die Zukunft, so Hörrmann, seien digitale Projekte geplant, die Geschichte erlebbar machen. Und schließlich wünscht er sich eine WLAN-Verbindung, denn: „Nichts ist identischer und eine bessere Werbung als ein Selfie - in Echtzeit per Smartphone in die Welt hinausgesendet.“

Dass sich das Land das eine Stange Geld kosten lässt, verdeutlichte Ministerin Sitzmann: „Für die Sanierung der Hangbrücke stellten wir 1,5 Millionen Euro zur Verfügung, in den vergangenen fünf Jahren investierte das Land in die Substanzerhaltung und Sicherung der Burgruine 2,9 Millionen Euro.“Uwe Gottwald

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