Zwischen Neckar und Alb

Ein Herz fürs Streuobst

Die Städte im Landkreis trommeln auf der CMT für Wander- und Wellness-Tourismus

Landrat Heinz Eininger steht bei der CMT selbst an der Infotheke: Er will die Kundschaft von Radtouren auf die Schwäbische Alb ü
Landrat Heinz Eininger steht bei der CMT selbst an der Infotheke: Er will die Kundschaft von Radtouren auf die Schwäbische Alb überzeugen. Foto: Rudel

Leinfelden-Echterdingen. So a Obschdwieslesreddrdasch, also eine Stofftasche für die Freunde des Schwäbischen Streuobstparadieses, ist schon praktisch, wenn man auf

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der CMT alle Prospekte über die Attraktionen im Landkreis Esslingen sammelt. Denn da kommt ein touristisches Pfund zusammen: malerische Fachwerkstädte, Kulturveranstaltungen und traditionsreiche Feste, Museen, erholsame Bäder sowie viel Landschaft zum Wandern und Radeln.

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Die Präsentation des Landkreises auf der CMT ist für Landrat Heinz Eininger seit vielen Jahren ein Pflichttermin, den er gern wahrnimmt. Er trommelt dabei nicht nur für das Freilichtmuseum des Landkreises. Eininger sieht den Tourismus als wachsenden Wirtschaftsfaktor. 2014 ist die Zahl der Übernachtungen um acht Prozent auf 1,4 Millionen angestiegen. Und für 2015 deutet sich ein neuer Rekord an: Zum Halbjahr lag ein Plus von sieben Prozent vor.

Am Messeeingang Ost hat sich der Kreis die Regio Lounge gesichert. Im Vordergrund stehen Produkte und Produzenten aus dem Streuobstgürtel am Albrand. Als Lockmittel für (neu-)gierige CMT-Besucher dienen herzförmige Fruchtgummis. Das rote „Probiererle“, neudeutsch Give-away, ist aus dem Saft der Benjaminer-Brennkirsche, verrät Corinne Schweikardt von der Fachberatung Obstbau im Landratsamt. Das Zehn-Gramm-Beutelchen aus Lenningen gibt‘s umsonst, die große Packung Kirschherzle muss man kaufen.

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Umweltfreundliche Mobilität und E-Mobilität, das sind die Schwerpunkte, die der Landkreis ankurbeln will. Zwei Hefte werben für die Radwanderbusse. Der Bus mit Radanhänger von Oberlenningen nach Donnstetten und zum Naturschutzzentrum Schopfloch läuft seit Jahren erfolgreich, 2015 ist die Linie zum Reußenstein dazu gekommen. Im zweiten Heft wollen der VVS und der Kreis den Tagestouristen aus der Region die Anreise mit S-Bahn und den Umstieg aufs Pedelec schmackhaft machen.

Das Freilichtmuseum Beuren lebt von den Besuchern aus dem Großraum Stuttgart. Um diese zum nächsten Besuch zu animieren, beginnt das Jahr für Museumsleiterin Steffi Cornelius stets mit dem CMT-Auftritt. Die Frau aus der Pfalz setzt noch stärker aufs Schwäbische als im Vorjahr. „Zwischen Image und Identität“ heißt der Untertitel der Jahresausstellung „typisch schwäbisch“: Es geht um Spätzle und Sparbüchle, um Häuslesbauer und Kehrwoch’, um Dichter und Erfinder.

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Der Albtourismus lebt von seinen Netzwerken. Der Verein Streuobstparadies, das Freilichtmuseum und das Naturschutzzentrum Schopfloch verstehen sich als Teil des Biosphärengebiets. Das wird auch am neuen Prospekt aus Münsingen deutlich. Der lädt zur Naturbeobachtung ein und gibt mit Karte sowie Kalender Hilfestellung.

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Der Neckartalradweg hat in den vergangenen Jahren immer mehr Zuspruch gewonnen. Nürtingen versucht, die Radfahrer aufzuhalten: Sie sollen noch die „City-Runde“ drehen und übernachten.

Beuren trommelt mit seiner Panoramatherme auf der CMT. Dieses Mal ist es mit zwei Ständen vertreten, weil man mit dem Heilbäderverband Baden-Württemberg gemeinsame Sache macht, erzählt der neue Bürgermeister Daniel Gluiber. Erstaunlich ist, wie aktiv auch die Nachbarn aus Neuffen auf der Messe sind. Bürgermeister Matthias Bäcker will den historischen Stadtkern an das Ausflugsziel Hohenneuffen anknüpfen.

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Kirschherzle, Luftballons und Prospekte könnten sich die Tourismustrommler beinahe sparen, wenn sie den Imagefilm, der am Samstag Premiere hatte, auf einer Großleinwand abspielen würden. Mit einer Drohne fliegt man über Albtrauf und Reußenstein hinweg, taucht in die Gutenberger Höhle und den kesslerschen Sektkeller hinab, lässt sich vom Neidlinger Wasserfall erfrischen und bekommt durch Fanucs Roboter, Flug- und Neckarhafen noch einen Eindruck von der Wirtschaftskraft. Die Esslinger Medienfabrik Storz hat den Kreis ins beste Licht gerückt. Nach fünf Minuten denkt jeder: Da muss ich hin!