Zwischen Neckar und Alb

Ein kleiner Biss mit großen Folgen

Gesundheit Die Zeckenzeit beginnt. Die Zahl der Borreliose-Fälle nimmt zu. Deshalb rät die AOK zur FSME-Impfung.

Kreis. Im Garten lauern Zecken und warten auf ihre Blutmahlzeit. Ein Biss dieser Parasiten kann schwerwiegende Folgen haben: Zecken übertragen gefährliche Krankheiten wie Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME) oder Borreliose. Die AOK Neckar-Fils weist darauf hin, dass der Kreis Esslingen vom Robert-Koch-Institut als FSME-Risikogebiet eingestuft wird. Von März bis Oktober ist die Ansteckungsgefahr am größten, sie besteht aber das ganze Jahr über.

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Unter den Versicherten der AOK Neckar-Fils stieg die Zahl der Borreliose-Fälle 2016 um 24 Prozent. Im Kreis Esslingen waren 540 Versicherte betroffen, die meisten davon Frauen. 2015 ließen sich 435 Versicherte behandeln. Anzeichen für eine Borreliose kann eine ringförmige Hautrötung um den Zeckenbiss und an anderen Körperstellen sein, die Wanderröte, sagt AOK-Arzt Simon Dally. Da die Wanderröte aber nur bei etwa jedem zweiten Erkrankten auftrete, sei es wichtig, auch dann den Arzt aufzusuchen, wenn innerhalb von etwa sechs Wochen nach dem Zeckenbiss grippeähnliche Beschwerden wie Muskel- und Kopfschmerzen sowie Müdigkeit auftreten.

Impfungen sind sinnvoll

Gegen Borreliose-Bakterien gebe es keine Impfung, stellt der Mediziner klar. Die Behandlung dieser von Bakterien übertragenen Krankheit sei aber mit Antibiotika möglich und heile meist komplett aus. Zu den Krankheiten, die Zecken übertragen, gehört auch die FSME. „Kommt es zu einer Infektion mit dem FSME-Virus, kann es zu grippeähnlichen Beschwerden wie Fieber oder Kopfschmerzen kommen“, erklärt Dally. Bei der Mehrzahl der Betroffenen heile die FSME ohne Folgen aus. Ist aber das zentrale Nervensystem oder das Rückenmark betroffen, könne es zu bleibenden Schäden kommen. Vier Fälle von FSME gab es 2017 im Kreis Esslingen. Schutz vor einer Infektion bietet die FSME-Impfung.

Zum Schutz vor Zeckenbissen und möglichen Infektionen sollten bei Aktivitäten und Aufenthalten in der Natur geschlossene Schuhe, lange Hosen und Oberbekleidung mit langen Ärmeln getragen werden, empfiehlt die AOK. „Zeckensprays bringen nur einen gewissen Schutz“, sagt der Arzt. Nach dem Aufenthalt im Freien sollte man den Körper sorgfältig nach Zecken absuchen. Zecken bevorzugen für ihren Biss Stellen wie den Haaransatz, Ohren, Hals, Achseln, Ellenbeuge, Bauchnabel, Genitalbereich oder Kniekehlen. „Hat eine Zecke gestochen, sollte sie so schnell wie möglich mit einer Zeckenpinzette entfernt und die Wunde sorgfältig desinfiziert werden. Dabei sollte die Zecke möglichst nicht gedreht werden“, erklärt Dally.