Zwischen Neckar und Alb

„Ein Mann der klaren Worte“

Auszeichnung Helmut Hartmann erhält das Bundesverdienstkreuz und ermuntert alle zu mehr Engagement.

OB Heirich (links) überreicht Helmut Hartmann das Bundesverdienstkreuz. Foto: Holzwarth
OB Heirich (links) überreicht Helmut Hartmann das Bundesverdienstkreuz. Foto: Holzwarth

Nürtingen. Selbst die engsten Vertrauten von Helmut Hartmann gerieten bei der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes ins Staunen darüber, was der Geehrte in seinem Leben schon alles geleistet hat. Auch Helmut Hartmann sagte nach der Ehrung augenzwinkernd: „Ich habe selbst nicht alles gewusst, was ich gemacht habe.“

Zu seinen Tätigkeiten zählten oder zählen: Vorsitzender des Gesamtelternbeirates von allen Nürtinger Schulen, Initiator und Mitglied des Betriebsrats sowie Betriebsratsvorsitzender bei Cross-Europa (später Gidding & Lewis) in Wendlingen, gewählter Geschäftsführer und erster Bevollmächtigter der IG Metall Esslingen, Aufsichtsrat der Firma Temic in Nürnberg, in der Politik Stadtrat in Nürtingen, Kreisrat in Esslingen und Regionalrat, stellvertretendes Mitglied im Koordinierungsausschuss Europäische Metropolregion Stuttgart und Aufsichtsrat Wirtschaftsförderung Region Stuttgart, Aufsichtsratsmitglied der Biotechnologie-Regio Stern, alternierender Vorsitzender der AOK, Kreisvorstands-Mitglied der AWO, Mitglied im Stiftungsrat der Werner-Weinmann-Stiftung, Mitglied im Stifterforum „Bürgerstiftung Nürtingen und Umgebung“ und im Arbeitskreis Asyl Nürtingen-Oberensingen, Initiator und Mitglied der Seniorenvertretung der Stadt Nürtingen sowie Mitglied des Kreisseniorenrates Esslingen. Zudem war Hartmann bei der Gründung des Bündnisses „Nürtingen ist bunt“ beteiligt.

Für die Feierstunde zur Verleihung des Verdienstkreuzes am Bande der Bundesrepublik Deutschland hat sich Helmut Hartmann zwei Programmpunkte gewünscht. Zum einen sollte für die musikalische Umrahmung der Veranstaltung das Saxofon-Ensemble der städtischen Musik- und Jugendkunstschule unter der Leitung von Gerhard Schaufler sorgen. „Die sind bereits vor sechs Jahren beim 70. Geburtstag von Helmut Hartmann in der Heller-Kantine aufgetreten“, berichtete Nürtingens Oberbürgermeister Heirich. Zum anderen hatte sich der Geehrte ein Podiumsgespräch gewünscht, um „die Bedeutung der ehrenamtlichen und solidarischen Betätigung in unserer Zeit“ herauszustellen. Hartmann selbst nutzte die Feierstunde, um das Schicksal der vielen Flüchtlinge zu erinnern: Darunter seien sehr viele hervorragende junge Leute, die Berufe lernen wollen: „Die jungen Männer könnten eine Perspektive haben, denn wir brauchen Handwerker. Es muss nur erlaubt werden.“

Oberbürgermeister Otmar Heirich sagte in seiner Laudatio: „Diese hohe Auszeichnung ist ein sichtbares Zeichen des Dankes für ein beispielhaftes, und vor allem für ein weit über das normale Maß hinausgehendes, aktives, bürgerschaftliches und soziales Engagement.“ Bei seiner Gewerkschafts-Karriere habe Hartmann „bei allem Einsatz für die Interessen der Beschäftigten auch die Belange der Unternehmen nicht aus den Augen verloren“.

Der Geehrte habe stets klare Worte gefunden und Verantwortung übernommen. In seinem Schlusswort betonte Hartmann noch einmal, wie wichtig es ist, dass „wir alle miteinander uns engagieren“. Den Orden widme er zu einem Drittel denen, die mitgeholfen haben, „denn ich war nie allein“. Das zweite Drittel gebühre seiner Frau Sieglinde und nur ein Drittel ihm selbst.Lutz Selle

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