Zwischen Neckar und Alb

Ein Sonntag ohne Motorenlärm

Beim 14. „Mobil ohne Auto“ im Tiefenbachtal waren viele zu Fuß, auf Rollen oder Rädern unterwegs

Familienfreundlich, umweltbewusst, autofrei: Das war das Motto beim autofreien Sonntag im Tiefenbachtal. Trotz des unbeständigen Wetters waren wieder Hunderte Fußgänger, Skater und Fahrradfahrer auf der Tiefenbachtalstraße unterwegs, ungestört von Abgasen und Motorenlärm.

Radler, Fußgänger und Inlineskater nutzten die sieben Kilometer lange Strecke im Tiefenbachtal. Foto: Jürgen Holzwarth
Radler, Fußgänger und Inlineskater nutzten die sieben Kilometer lange Strecke im Tiefenbachtal. Foto: Jürgen Holzwarth

Owen/Nürtingen. Mit dieser Aktion, die bereits zum 14. Mal stattfand, soll die Verbindung zwischen Mensch und Natur ins Bewusstsein gerufen werden. Als einzige Motoren waren die der E-Bikes und Elektroroller erlaubt. Begonnen hatte der Tag um 10.30 Uhr mit einem ökumenischen Gottesdienst im Grünen bei Gartenbau Hiller, den Pfarrer Markus Lautenschlager und Pastoralreferent Andreas Reich abhielten. Matthias Gastel, Bundestagsabgeordneter der Grünen, war auf dem Conference-Bike mit vielen Menschen unterwegs, da blieb natürlich so manche Diskussion nicht aus. Ebenfalls diskutiert wurde um 12 Uhr bei der Podiumsdiskussion mit dem „Forum zukunftsfähiges Nürtingen“ zum Thema „Religion und Naturschutz“.

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Wer gerne einmal das Inlineskaten ausprobieren wollte, war am Parkplatz Sonnenhof genau richtig. Die Spezialisten vom TSuGV Großbettlingen zeigten bei einem Anfängerkurs, wie’s geht, gaben auf dem Geschicklichkeitsparcours wertvolle Tipps und stellten auch die Ausrüstung. Hier konnten Radler auch ihre Fitness bei der Geschwindigkeitszeitmessung testen. Moritz Bühler, Primus vom RSC Nürtingen, schaffte stolze 51 Stundenkilometer, der Schnellste der 60 Amateurradler immerhin noch 45. Der Nürtinger Bauhof hatte die Geschwindigkeitsmessung und übrigens auch die Abschrankungen am Anfang und Ende der Strecke aufgebaut.

Das Rennen, bei dem ein Elektroroller gegen ein Rennrad antrat, entschied der Radprofi zweimal klar für sich. Und so ein Elektroroller bringt immerhin rund 50 Stundenkilometer auf dem Tacho.

Ein buntes Programm für die Kinder gab’s unter anderem am Parkplatz Eiche. Hier war eine Spielstraße aufgebaut, man konnte seinen Gleichgewichtssinn auf der Slackline testen, Buttons pressen, mit dem Conference-Bike fahren und – der absolute Höhepunkt bei den Kids – mit der Schokokussschleuder schießen.

Gegenüber des Parkplatzes an der Eiche war die Teststrecke aufgebaut, auf der man ein E-Bike ausprobieren konnte. Das Interesse an den elektromotor-unterstützten Fahrrädern war groß, die Händler der Nürtinger Fahrradhäuser beantworteten bereitwillig alle Fragen. Die Feierabendradler luden hier zur Radtour ein.

Auch Tiere waren im Programm. Die Hundefreunde zeigten Ausschnitte aus ihrem Training, und Pferdeliebhaber kamen beim Reitverein auf ihre Kosten. Dieser gab Einblicke in den Reitbetrieb, die Kinder konnten den Fahrradsattel mit dem Pferdesattel tauschen und auf Ponys reiten.

Der Obst- und Gartenbauverein trug ebenfalls dazu bei, die Natur besser zu verstehen. Gleich am Anfang der sieben Kilometer langen Strecke wurde hier mit der Sense gemäht und Saft mit historischen Mostpressen gepresst.

Michael Medla vom mitveranstaltenden Stadtjugendring war zufrieden mit der Veranstaltung: „Wir hatten mit dem Landesverkehrsministerium, dem TSuGV Großbettlingen, den Feierabendradlern, dem Radsportclub Nürtingen und dem ,Forum zukunftsfähiges Nürtingen‘ fünf neue Vereine dabei, die das Angebot gut belebten.“

Auch mit dem Besuch war Medla zufrieden: „Wir haben einiges erneuert und erweitert, die Leute haben das gut angenommen.“