Zwischen Neckar und Alb

Eine Fortbildung mit Jesus

Vortrag 120 Religionslehrer kamen zusammen, um gemeinsam über neue Methoden im Unterricht zu sprechen.

Hunderte Religionslehrer wurden die Gleichnisse Jesu nahegelegt.
Hunderte Religionslehrer wurden die Gleichnisse Jesus nahegelegt. Foto: pr

Nürtingen. Die evangelischen und katholischen Schuldekanate hatten in den Landkreisen Esslingen und Göppingen mehrere Hundert Religionslehrerinnen eingeladen. 120 von ihnen kamen ins Nürtinger Gemeindezentrum St. Johannes zum 29. Religionspädagogischen Tag.

„Man bekommt einen fachwissenschaftlichen Input“, sagte Ina Keppler aus Esslingen. „Für die Schüler beschäftigt man sich ja auf einer anderen Ebene. Das hier ist für das Hirn, etwas, woran man knabbern muss.“ Julia Birnbaum aus Filderstadt ist Lehramtsanwärterin: „Ich habe von den Gleichnissen Jesu noch nicht so viel im Studium gehabt. Deshalb bin ich gespannt auf die Workshops!“

Irene Engel, die in Göppingen an der kaufmännischen Schule lehrt, freut sich über die Erinnerung ans eigene Studium. „Mich hat das Thema angezogen. Für mich sind die Gleichnisse Jesu das Aufregendste und Spannendste, womit man sich in der Theologie beschäftigen kann.“

Die Begeisterung lag auch am Referenten, Professor Bernd Kollmann von der Universität Siegen. Zu Beginn nahm er die Zuhörer mit auf eine Reise durch die Geschichte: Wie wurden die Parabeln Jesu früher verstanden? Zeitweise vermuteten Theologen in ihnen eine tiefe Symbolik, die ohne Fachwissen gar nicht zu verstehen sei. So dachten sie, die Herberge, in die der barmherzige Samariter den Schwerverletzten bringe, stehe für die Kirche. Eine symbolische Deutung, der Bernd Kollmann eine klare Absage erteilte: „Jesus sprach zu einfachen Menschen, sodass sie ihn verstehen konnten.“ Außerdem: Die Kirche gab es damals, als Jesus diese Parabel erzählte, noch gar nicht.

„Mit unmoralischen Helden und unerwarteten Wendungen habe Jesus die Aufmerksamkeit der Zuhörer gewonnen“, sagte Bernd Kollmann. Wie moderne Religionslehrer das Interesse der Schüler wecken, darum ging es am Beispiel des Gleichnisses vom verlorenen Sohn: So können unter anderem die Schüler Smileys für die verschiedenen Charaktere und Aktionen verteilen. Viele weitere Anregungen gab es in den Workshops, etwa zu digitalen Zugängen zu Gleichnissen.

Auch die Spiritualität kam nicht zu kurz: Zur Tagung gehörten drei Andachten in der Kirche - am Morgen, Mittag und Abend.pm

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