Zwischen Neckar und Alb

Eine Lobby für psychisch Kranke

Engagement Die Beschwerdestelle IBB übt Kritik an der Psychiatrie in Kirchheim. Corona steigere das Gefühl der ­psychisch kranken Menschen, „weggesperrt“ zu sein. Von Roland Kurz

Die Pandemie verschlimmert bei psychisch Kranken das Gefühl des Alleingelassenseins. Symbolfoto
Die Pandemie verschlimmert bei psychisch Kranken das Gefühl des Alleingelassenseins. Symbolfoto

Psychisch kranke Menschen haben keine Lobby.“ Diese Feststellung macht der Psychotherapeut Gerth Döring. Die Klinik sitze immer „am längeren Hebel“, wie er sagt. Als Patientenfürsprecher versucht Döring, über die IBB - die Informations-, ...

suae-tnrgB apm&; cehsdBlewlsereet - sda in erd ncraescyisiphht rrggnVsuoe tawes calnnzsee.uurbaia ehscS hnecihaemtrle hisc im iKser snienEgls um eid gnleAein vno antitenPe dun erden aDs Temha iugnxirFe ist debai eni eue.nenbrDrra rUten ederamn esi ide hersicyhtaicps bueigtnlA dre eiMkK-nieidnslu heri chnti gtu tegeuf,atsll rsieiirtkt ieD mKcehreihir liKkni ztsee eneki ennilrevtaat odnehetM zru steoalkianDe von lkeifonnKt nei.

nco hS 9619 deurw mi seKir isnElnesg inee eBwcllesstedreeh ihshypccs nkeakr hscnneeM dnu hrie rteehec.iignt lsA 0521 in eine onIani,mfrsot- Beruast-ng nud eeedcrtleBeshswl IBB)( nhceiereorvsbg ruwe,d wanletde nam eid elserdswtcBeleeh in eeni BBI mu. seSch hecnerehmalti taiterrebiM ratebnei .ireh mI gernegnvnea hJra mnah ide BBI rieKs ennslgsiE 282 neAagrnf vno neentilK gen,neetg 95 kaeKnott tah als ,rotdieneeng ide sla auBergentn ndu tarmn.oIeinnfo eiD laZh rde aetkksrtEot,n es wrnea ,24 sie mi onrroC-ahJa taews uknseg,ne ssfta Digrnö ems,zunma reba hbea ide BIB ehmr ti.eeberagt er die tmi elelKngo dun die eBueshc ni iiegcntErnunh uda,z akm eid BBI 0022 fua hrme als 005

Dei cäKtnnrebeknauhgsotkn sda sde eWsetissrpggeren bie eanhnmc eerithctb saD tebigätst Diteer ,esrsK dre lsa mi ti,s ow cuah velei eiPtneatn usa mde rKsei ngssinlEe abtldneeh were.nd Dei ntatiPeen sihc nsticeathgebn, tfsa faesbse re hics itm leBoephs.bcnemusr zrDeeit urshceve m,na so mti red eremhirhKic riesctyaPhi ide hehecsictnn unosrVuszegtena ondrneKonzieeeV-f mti erdnnuFe dun dre IBB uz ehffcasn.

e iD evthnrese hisc als inzwsech tBffreneone dnu ned yasicnhsthpriec itin.enEcnuhrg hGllhwieco ecsehnrp eis eizDtief eituldch a.us ngiFuxier nud tmginsniaZeokawd ienes ni nvelie csthneude nnKeilik iemrm ncoh das lteitM red hW,la rkrisitiet D.rigön atStt rxFnieuig hleefepm dei tDseuche thflselcseaG iyhaPiscter und epehsci,tPhyaor Pomiostyaschk udn erdnvekuleNeinh NPGPD)( die egsifiuvrte de-ohFatstMh.eeetl seieDs Dktnmaetlsanmaisegeaoen zestt r,ouvsa sdsa edi nhicgEitrnu simcaetyhtss srvuc,the dei onv nerisK zu nievemre.d sE ehtg ,rudma edi irnenne eiens enenPitat uz izeneg udn nde etanbrirtMie acnthiaeelenDotiskknse igeirbznenub iulskivne red engnotndiew egfnra.dfiH ncpkuaKntk tsi ide Pliesa.oroatisunnt nEi scphiyhcs karkrne chMsne enktwceli ni neeir sKeir ßoerg Um eid ntetlhkcaiHe ue,edznwnna enies redi sib dgen,otiwn eid als amTe gr.ieean asntihCri ba,kJo erd zrhtCfea na erd Kreihcheimr ieuisk-,MldniK iKtirk so ihcnt leg.ten aDs snaP-nokieKlilr eewdr lehtgus,c mu ni arabesesdnengselgoin onatSeiintu trihigc uz irerng.eae

xi M sau cath emdMtnikeaen

ehaTm edr esherwcBend tsi cuha dei ioitMnkaed. Ein tnPetia sua dem irKse hbea in neire gtiErihnunc atch keatrs lMiett hanee,trl tceriebth erD tfrag nnda nhc,a cnlehew Snin sad he,acm dun hneem otknaKt ruz aeknKesnskar a.fu iDe Mchta dre reÄtz dtfenpiem asl rksta. mu enei gruVgnele in eien erndae iniklK uz iereecrhn eodr eggen eenin slsseBchu dse tAmshcrsegit serwBdeceh nienge.zeul Ohobwl eid BBI mi fLau erd Jhaer etbarnkne eorwegdn ies, esi die etedrlsewclseheB hcno eimrm vleein nPtnaetei und kenbnnaut. sit stie mreh las wzei nJenrhtahez etnleharhcmeri eernSi Miguenn chna tsolle ieen BIB cuha imt mhnattceuiahlp Pfsroi tbzeest wrnee.d saD ise nwetdgni,o um ibe meien aFll am„ llBa uz izeteDr dei mgesnrneabeLastchdeiifsat red BIB mti mde eaSosiizmiminlu.tr eSi dtroref ncha ehrJan BIB neei autlniaEov des .yemsstS

Fixierung als letztes Mittel

Hilfsmittel zur Fixierung eines Patienten kommen nur im letzten Schritt zum Einsatz. Symbolfoto
Hilfsmittel zur Fixierung eines Patienten kommen nur im letzten Schritt zum Einsatz. Symbolfoto

Die Rolle des Amtsgerichts: Die Kirchheimer Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie befasst sich seit vielen Jahren mit der Frage, wie man möglichst wenig in die Freiheit des Patienten eingreift. Das betont Christian Jacob, der Chefarzt an der Kirchheimer Medius-Klinik. Keine Zwangsmaßnahme sei gut und jede freiheitsentziehende Maßnahme müsse vom Amtsgericht genehmigt werden. Nur wenn ein Mitarbeiter oder Mitpatient körperlich attackiert werde, „greifen wir zum letzten Mittel“, erklärt Jacob und betont, dass die Maßnahme, sofern sie länger als eine halbe Stunde dauere, nachträglich vom Amtsgericht bewertet werde. Alle zwei Jahre komme eine Kommission des Landes ins Haus, um zu prüfen, wie die Klinik mit freiheitsentziehenden Maßnahmen umgehe.

Schulung von Personal: Das Personal werde regelmäßig von einer erfahrenen Krankenschwester im Pair-Training geschult, wie es sich in aggressionsbeladenen Situationen verhalten könne. Bei Fortbildungen ließen sich die Mitarbeiter selbst fixieren, um die Situation nachempfinden zu können. Das vierstufige Deeskalationskonzept der Gesellschaft für Psychiatrie entspreche den Klinik-Leitlinien, allerdings stelle sich die Frage nach der praktischen Bedeutung im Klinik-Alltag, sagt Jacob. Es gebe Patienten, die sich ungern so eng anfassen ließen, wie es das Konzept vorsieht. rok