Zwischen Neckar und Alb

Eine weltoffene Schule eröffnet Spielräume

Jubiläum Das Robert-Bosch-Gymnasium in Wendlingen feiert am Wochenende sein 50-jähriges Bestehen.

Wendlingen. Als Schule ohne Schulleiter ist das Robert-Bosch-Gymnasium in Wendlingen vor 50 Jahren gestartet. Dagegen wehrten sich die Eltern heftig. Mit Richard Schur bekam das einstige Progymnasium, das zunächst nur bis zur 10. Klasse gehen sollte, einen engagierten Direktor. Er setzte sich auf allen politischen Ebenen dafür ein, dass die Schule für die Stadt Wendlingen sowie die umliegenden Gemeinden Köngen, Unterensingen und Oberboihingen ein Vollgymnasium wurde. Ab 1973 hatte das Gymnasium auch ein eigenes Gebäude im Schulzentrum am Berg.

Anfangs hatten die Wendlinger Gymnasiasten noch in der alten Lauterschule und in der Gartenschule Unterricht. Diese bewegte Zeit der Provisorien haben die Schüler in der schön bebilderten Festschrift dokumentiert, die zum Jubiläum erschienen ist. Benannt wurde das neue Gymnasium nach dem Firmengründer Robert Bosch, den einst die Zündkerze auf der ganzen Welt berühmt machte. Heute ist sein einstiges Stuttgarter Unternehmen ein Weltkonzern. Bosch setzte sich für seine Arbeitnehmer ein, kämpfte für kürzere Arbeitszeiten und eine Versicherung.

Kontakte zur Industrie

Auf den Naturwissenschaften und engen Kontakten zur Industrie und zu den Universitäten in Tübingen und Stuttgart fußt auch heute noch das Konzept der Schule, die von 800 Jungen und Mädchen besucht wird. Die hervorragende Ausstattung in den Naturwissenschaftsräumen macht es sogar möglich, besonders begabte und interessierte Schüler früh an das wissenschaftliche Arbeiten heranzuführen. „Den Weg in den Beruf oder an die Universitäten so leicht wie möglich machen“ will Rainer-Martin Adolf, der nach diesem Schuljahr als Direktor in den Ruhestand geht. Seine Nachfolgerin wird Karin Ecker vom Schlossgymnasium in Kirchheim.

Musische Projekte machen die engagierten Pädagogen der Schule ebenfalls möglich. Seit Jahrzehnten realisiert das Kollegium Musical- und Theaterprojekte. Schon Richard Schur kooperierte eng mit der Musikschule Köngen-Wendlingen - ein Kurs, den seine Nachfolger Hans Holderbach und inzwischen Rainer-Martin Adolf fortsetzten.

Seit jeher international

Sehr intensiv sind seit jeher die Auslandskontakte der Wendlinger Schule. 1988, als Hans Holderbach Direktor wurde, gab es den ersten Austausch mit einer Schule in Virginia/USA. Die Kontakte in die USA pflegt die Schule intensiv - so bekommen die Jungen und Mädchen spannende Einblicke in die amerikanische Gesellschaft. Nicht zuletzt die Schülermitverantwortung (SMV) engagiert sich auch politisch und initiiert viele Veranstaltungen, etwa zum Golfkrieg oder „Courage gegen rechts“. Seit viele Flüchtlinge in Wendlingen leben, geben Schüler ihnen Deutschunterricht. Diese Weltoffenheit gehört ganz selbstverständlich zur Schulphilosophie. Mit viel Eigeninitiative haben Lehrer, Eltern und Schüler eine Gemeinschaft geschaffen, die auch nach 50 Jahren noch so gut funktioniert wie eh und je. Elisabeth Maier

Info Der Festakt zum Schuljubiläum findet am heutigen Donnerstag, 13. Juli, um 19.30 Uhr im Treffpunkt Stadtmitte in Wendlingen statt. Am Samstag, 15. Juli, startet um 10 Uhr das Schulfest im Schulzentrum am Berg, Höhenstraße 31. Dann gibt es in der Aula des Gymnasiums ein buntes Programm für die Besucher. Eine Podiumsdiskussion mit ehemaligen Schülern eröffnet den Tag.

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