Zwischen Neckar und Alb

Eininger verteidigt Teststrategie

Corona Landrat kritisiert „Öffnungs-Wirrwarr“ und warnt davor, Inzidenzen schönzurechnen. PCR-Tests seien entscheidend.

Esslingen. Der Esslinger Landrat Heinz Eininger hat die Öffnungsstrategie des Landes für Bereiche des Alltags wie den Einzelhandel scharf kritisiert. Durch die Orientierung an der Inzidenz der Landkreise und dem Verzicht auf eine landesweit einheitliche Strategie entstehe ein Wirrwar, sagte Eininger am Donnerstag vor Kreistagsvertretern. Durch die „unheimliche Dynamik“ des Infektionsgeschehens sieht sich der Behördenchef bestätigt. Der Landkreis Esslingen kletterte gestern erstmals wieder über die Marke von 70 Neuinfektionen pro hunderttausend Einwohner binnen sieben Tagen. Allein am Donnerstag kamen im Vergleich zum Vortag 75 Positivtests hinzu. Das Impfen in Pflegeheimen scheint sich indes auszuwirken. Dort wurden keine neuen Fälle bekannt. Allerdings haben sich seit Januar 452 Kreisbewohner mit der neuen britischen Virusvariante angesteckt. Dabei handle es sich um keine lokalen Einzelereignisse, betonte Eininger, sondern um ein diffuses Infektionsgeschehen. „Dadurch eröffnet sich für uns kein Spielraum für Öffnungen.“

Gleichzeitig kritisierte der Landrat die unterschiedlichen Teststrategien in den einzelnen Landkreisen. Im Kreis Esslingen habe man mit Abstrichzentren, Fieberambulanzen und 44 Schwerpunktpraxen früh auf PCR-Tests gesetzt. Bis zu 1 500 pro Woche würden dort noch immer analysiert. Im Kreis Tübingen, der auf flächendeckende Schnelltests setzt, seien es im selben Zeitraum nur 350. Allerdings leben im Kreis Tübingen auch nur halbsoviel Menschen. Dennoch fordert Eininger: „Über diese Zahlen muss man reden, weil sich die Inzidenz aus PCR-Tests und nicht aus Schnelltests ergibt.“ So lange rechnen, bis die Inzidenz passt, sei nicht der richtige Weg. „Wir bleiben bei unserem Kurs des substanziellen Testens.“Bernd Köble


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