Zwischen Neckar und Alb

Es rumort weiter bei Eberspächer

Wirtschaft Die Diskussion um die Werksschließung in Esslingen geht weiter. Die IG Metall kann kleine Erfolge verbuchen.

IG Metall kündigt Widerstand an gegen Abbau von 300 Arbeitsplätzen bei der Firma Eberspaecher: Foto: Roberto Bulgrin
IG Metall kündigt Widerstand an gegen Abbau von 300 Arbeitsplätzen bei der Firma Eberspaecher: Foto: Roberto Bulgrin

Esslingen. „Zukunft für Esslingen“ war auf den T-Shirts der Mitarbeiter zu lesen, die sich zur Betriebsversammlung bei Eberspächer versammelt haben. Es sei eine lebhafte Diskussion, sagte Jürgen Groß von der IG Metall. „Die Bereitschaft zu kämpfen, ist groß“, sagte der Gewerkschafter. Ende Mai hatte Eberspächer angekündigt, die Produktion von Standheizungen einzustellen und nach Polen zu verlagern. 300 von 1350 Arbeitsplätzen in Esslingen sollen bis 2022 abgebaut werden. Da es in Esslingen keine Fertigung mehr geben wird, bildet der Standort künftig ausschließlich die Zentrale des Konzerns. Die Bereiche Forschung, Entwicklung, Vertrieb und Verwaltung bleiben weiterhin in Esslingen.

Um den Stellenabbau doch noch zu verhindern, fordert die IG-Metall einen Zukunftstarifvertrag, der die Arbeitsplätze der Beschäftigten langfristig sichert. Geschäftsführer Martin Peters sagte, man werde die Zukunft „im Ringen um den besten Weg“ gestalten. Eine Aussage, aus der Jürgen Groß eine Bereitschaft für Kompromisse heraushört. Einen kleinen Erfolg kann die Gewerkschaft schon verbuchen. Vier Azubis, die das Unternehmen nicht übernehmen wollte, dürfen nun für die nächsten zwölf Monate bei Eberspächer bleiben.

Groß wirft Eberspächer mangelnde Transparenz vor. „Viele Betriebe stehen momentan vor schwierigen Zeiten. Wenn es ein Problem gibt, dann sucht man gemeinsam mit dem Betriebsrat nach Lösungen“. Eberspächer habe die Entscheidung, das Werk zu schließen, alleine getroffen. Amelie Pyta

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