Zwischen Neckar und Alb

Es soll wieder grünen und blühen

Bürgerinitiative Ehrenamtliche machen Grünpflege im Plochinger Landschaftspark und freuen sich über weitere Verstärkung bei ihrer Arbeit. Von Karin Ait Atmane

Das Hügelbeet ist einer der Bereiche, den die Ehrenamtlichen pflegen.Foto: Karin Ait Atmane
Das Hügelbeet ist einer der Bereiche, den die Ehrenamtlichen pflegen. Foto: Karin Ait Atmane

Viele Passanten haben im vergangenen Jahr das Hügelbeet beim Fischauge auf dem Plochinger Bruckenwasen bewundert und fotografiert: vorne bunt blühende Sommerblumen, dahinter üppige Lavendelsträucher. Auch dieses Jahr soll es wieder grünen und blühen, dafür legt sich unter der Schirmherrschaft des Stadtmarketings die Bürgerinitiative Bruckenwasen mit ihren zwei Trupps ins Zeug - die einen pflegen die Rasenflächen, die anderen die Beete.

„Wir sind die Jäter“, sagt Monika Philipp, die sich an diesem Montagnachmittag mit vier Männern dem lang gezogenen Hügelbeet beim Fischauge widmet. Sie reißt zusammen mit Helmut Neuer Grasbüschel und anderes Kraut aus, Manfred Philipp und Martin Geiger karren das Grün zu der Stelle, an der es der städtische Bauhof abholen wird. Manfred Philipp gehört eigentlich zum achtköpfigen Mähtrupp, der mit seinen Aufsitz-Mähern die Rasenflächen bei Steiner am Fluss pflegt. „Nächsten Mittwoch fangen wir an“, sagt er, je nach Wetterlage gehe es dann im Zwei- bis Dreiwochenrhythmus über den Sommer weiter. Heute hilft er trotzdem beim „Fußtrupp“, den Jätern, aus. Denn die sind zurzeit etwas knapp besetzt und ohnehin von April bis Oktober so gut wie jede Woche aktiv: Unkraut jäten und Erde lockern, säen, ein- und umpflanzen, gießen, Ringelblumensamen einsammeln, Lavendel schneiden. Zu tun gibt es immer etwas.

Gustl Kitzelmann ist mit seinen 86 Jahren der Älteste in der Runde und bringt die meiste Gartenerfahrung mit. Schon gleich zu Anfang, im Jahr 1999, direkt nach der Landesgartenschau, ist er zu der Initiative gestoßen. Jetzt hackt und glättet er die Erde, damit die Bauhof-Leute wieder eine bunte Mössinger Blumenmischung aussäen können. Gleichzeitig klärt er die anderen darüber auf, dass sie die hübschen weißen Blümchen besser auch entfernen - sie schleudern ihre Samen von sich, wenn sie reif sind, und breiten sich überall aus. „Zum Glück haben wir unseren Kapo, der uns sagt, was Blumen sind und was Unkraut“, sagt Helmut Neuer lachend. Er packt selbst schon mehr als zehn Jahre mit an, hält sich aber noch lange nicht für einen Gärtner. Ganz frisch dazugekommen ist Martin Geiger. Die anderen freuen sich über die Verstärkung, ihm tun die frische Luft und die körperliche Betätigung gut: „Das ist ein guter Ausgleich für die Bürotätigkeit“, sagt er. Außerdem sehe man abends, „was man geschafft hat“.

„Ich werkle unheimlich gern in die Erde rein“, erzählt Monika Philipp. Sie und ihr Mann haben zum Saisonbeginn das Ehepaar Bauer abgelöst, das über viele Jahre hinweg das Bindeglied zwischen den Gärtnertrupps und dem Stadtmarketing bildete. Jetzt sind Philipps Ansprechpartner nach außen und stehen auch für die Ausgaben aus dem Budget der Gruppe gerade. So gibt es bei den Arbeitseinsätzen immer eine kleine Stärkung, zu der man gemütlich zusammensitzt und redet.

Gustl Kitzelmann beispielsweise hat einige Geschichten zu erzählen: wie vor Jahren mal Schafe ihren Zaun überwanden und das ganze Beet samt der Rosen kahl fraßen. Oder wie ein kleiner Hase, der in Panik vor Hunden flüchtete, in den Bruckenbach fiel und he­rausgezogen werden musste. Auch im Winter trifft sich die Gruppe regelmäßig und geht gemeinsam essen, „sonst kennt man sich nicht mehr im Frühjahr“, meint Kitzelmann. Zudem werden jedes Jahr zwei Feste gefeiert: einmal im Sommer mit Grillen und zum anderen die Sichelhängetse zum Saisonende, bei der immer der Bürgermeister das Vesper vorbeibringt. „Es ist eine gute Truppe, eine gute Kameradschaft“, fasst Manfred Philipp für die Jäter wie für die Mäher zusammen. Das spürt man auch deutlich an der entspannten Stimmung.

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