Zwischen Neckar und Alb

Essenspakete sind voll im Trend

Handel Da die Menschen in Zeiten der Coronakrise vermehrt zu Hause sind, haben Versandhändler derzeit alle Hände voll zu tun. DHL, Hermes und UPS verzichten dabei weitestgehend auf persönlichen Kontakt. Von Lena Bautze

Persönlich Pakete überreichen ist derzeit tabu. Foto: Carsten Riedl
Persönlich Pakete überreichen ist derzeit tabu. Foto: Carsten Riedl

Fast jede Branche bekommt die Auswirkungen der Corona-Pandemie zu spüren. Auch bei Versandhändlern wie DHL, Hermes und UPS müssen sich Mitarbeiter und Kunden erst an die neue Situation gewöhnen.

Bei UPS heißt es, „dass ab sofort die Kunden nicht mehr aufgefordert werden, ihre Zustellungen zu unterschreiben“. Ähnlich geht auch die Deutsche Post vor. Sie verzichtet bei der Übergabe von Paketen und Einschreiben auf eine Unterschrift des Empfängers. „Stattdessen dokumentieren unsere Zusteller anstelle des Empfängers die Auslieferung mit ihrer eigenen Unterschrift“, heißt es seitens der Pressestelle. Hermes ist im Gegensatz zur Branchenkonkurrenz derweil der einzige Versanddienst, der die Kunden noch selbst signieren lässt - jedoch auf dem Paket, während der Hermesmitarbeiter die Unterschrift dann mit einem Foto dokumentiert. So soll gewährleistet werden, so wenig Personenkontakt wie möglich zu bekommen. Wenn Kunden dennoch gänzlich auf den Kontakt mit Zulieferern verzichten wollen, haben sie darüber hinaus die Möglichkeit, einen Wunschort anzugeben - zum Beispiel an der Garage oder am Gartentor.

Manchen Kunden fällt es jedoch noch immer schwer, auf Distanz zu bleiben: „Viele wollen mir entgegen kommen und mir das Paket abnehmen“, sagt eine Zustellerin aus der Region, die anonym bleiben möchte. „Ich kann nicht verstehen, dass manche Menschen die Sache immer noch nicht so wirklich ernst nehmen.“ Erst seitdem sie mit Mundschutz und Handschuhen austrägt, würden die Kunden Abstand halten und Res­pekt haben.

Dass die Menschen derzeit vermehrt zu Hause sind, merken auch die Paket- und Postboten deutlich. „Noch vor ein paar Wochen habe ich im Schnitt 70 Pakete am Tag ausgetragen, momentan sind es 100.“ Was sie bestellen, ist ganz unterschiedlich: „Ich habe jetzt schon einige Essenspakete von ‚dm‘ ausgeliefert. Man merkt, dass die Leute Zeit haben. Viele richten sich komplett neu ein.“ So seien neue Möbel, egal ob für die Kinder, für das Schlafzimmer oder für den Garten, derzeit der absolute Renner in Onlineshops.

Der gefühlte Anstieg an Paketen macht sich allerdings nicht in Zahlen bemerkbar - zumindest noch nicht. „Wir haben derzeit keine statistischen Indizien dafür, dass die Coronakrise die Sendungsmengen erhöht. Die Folgen der Pandemie auf den Onlinehandel sind derzeit nur in Umrissen erkennbar“, sagt Friedemann König von der Pressestelle von Hermes. Bei der Deutschen Post sieht es ähnlich aus. „Wir sehen bisher normale Sendungsmengen“, erläutert Marc Mombauer von der Pressestelle.

Damit die Post weiterhin zuverlässig ausgetragen werden kann, setzt die DHL auf ein Wellenssys­tem. Dies bedeutet, dass die Zusteller in zwei unterschiedlichen Schichten arbeiten. Das Ziel: Ein verringertes Infektionsrisiko, da sich nach diesem Prinzip so wenig Mitarbeiter wie möglich auf einmal im Gebäude befinden.

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