Zwischen Neckar und Alb

Feuerwehren wollen Frauen begeistern

Jahreshauptversammlung des Kreisfeuerwehrverbands – Matthias Berg erhält Ehrenmedaille

Der Kreisfeuerwehrverband Esslingen-Nürtingen verleiht bei der Jahreshauptversammlung die Ehrenmedaille des Deutschen Feuerwehrverbandes an Autor Matthias Berg.

Matthias Berg (Mitte) erhielt die Feuerwehrehrenmedaille.Foto: Thomas Krytzner
Matthias Berg (Mitte) erhielt die Feuerwehrehrenmedaille.Foto: Thomas Krytzner

Notzingen/Kreis Esslingen. Die vielen Feuerwehrmannschaftswagen sorgten am vergangenen Freitag für Aufsehen in Notzingen. Es war jedoch kein Feueralarm, sondern die Jahreshauptversammlung des Kreisfeuerwehrverbandes Esslingen-Nürtingen.

Eine besondere Ehrung durfte Bernd Müller, Esslinger Bürgermeister und Vorsitzender des Verbandes, vornehmen. Der Erste Landesbeamte a. D., Matthias Berg, erhielt die Feuerwehrehrenmedaille des Deutschen Feuerwehrverbandes. Mat­thias Berg war bis März 2015 stellvertretender Landrat und Dezernent für Brand- und Bevölkerungsschutz. „Alle Feuerwehren“, lobte Bernd Müller, „haben von Matthias Berg große Unterstützung erfahren.“ Er habe regelmäßig an Großübungen teilgenommen und sich sehr für die Feuerwehren engagiert. Unvergessen, so Müller, seien seine Grußworte bei Feuerwehrjubiläen. So erhielt der Bestseller-Autor die höchste Auszeichnung der Feuerwehr für Nicht-Feuerwehrleute.

Die Ehrenspange in Silber erhielten Michael Briki und Michael Eiting von der Kirchheimer Feuerwehr sowie Otto Kaißer, Wolfgang Steck und Jörg Mezger von der Freiwilligen Feuerwehr Filderstadt. Mit der Auszeichnung in Bronze würdigte der Verband Jürgen Helm und Andreas Reeh aus Filderstadt, Andreas Fach von der Freiwilligen Feuerwehr Plochingen, Bernd Fritz aus Leinfelden-Echterdingen sowie Markus Handte und Jürgen Ringhofer von der Kirchheimer Wehr.

Mehr Nachwuchs anzulocken bleibt im Fokus des Kreisverbandes. Gleichzeitig streben die Jugendfeuerwehren eine Erhöhung der Frauenquote an. Ein Zuwachs zeichnet sich zwar ab, mit sechs Prozent Quote besteht jedoch Luft nach oben. Dies sieht man bei der Kreisjugendfeuerwehr. Von den 1 027 Mitgliedern sind 856 männlich und 171 weiblich. Es gibt zwar einen Zuwachs von 27 Mitgliedern gegenüber dem Vorjahr, dennoch soll der Verband für Frauen attraktiver werden.

„Der Ausbildungsstand der Kreisfeuerwehren ist auf sehr hohem Level“, berichtet Kreisbrandmeister Bernhard Dittrich, und man stecke viel in die Ausbildung von Nachwuchskräften. 10 000 Einsätze im vergangenen Jahr zeigen die Wichtigkeit der Wehr, aber auch die Notwendigkeit der engen Zusammenarbeit mit den Hilfs- und Rettungsorganisationen. Ebenso fördere man den Austausch mit der Polizei.

„Vor allem die humanitären Einsätze bei der Einrichtung von Schlafgelegenheiten für über 2 000 Personen in der Landesmesse Stuttgart waren eine besondere Herausforderung“, hob Dittrich hervor. Ebenso kurzfristig musste in Kirchheim die Kreissporthalle für Flüchtlinge eingerichtet werden. Bei dieser Blitzaktion waren die Mitglieder der Altersabteilung der Kirchheimer Feuerwehr sowie Mitglieder der Feuerwehren aus Esslingen, Kirchheim, Wendlingen, Neuffen, Oberboihingen und Neuhausen beteiligt. Das Deutsche Rote Kreuz unterstützte dabei.

Bernhard Dittrich lobte in seinem Rückblick diese beispielhafte Zusammenarbeit. Eine sehr wichtige Neuerung in diesem Jahr sei die Erstellung der Landkarten für die Waldbrandbekämpfung. Auf diesen seien alle Waldwege und Rettungspunkte des Forstes eingezeichnet. Diese Karte sei in Papierform, aber auch als Geo-Anwendung online verfügbar.

„Im Oktober dieses Jahres steht der mobile Brandübungscontainer für zehn Tage in Kirchheim, und bei der anschließenden Flughafennotfallübung üben wir neue Praktiken“, gibt Dittrich einen Ausblick.

Verbandskassier Gerd Lohrmann konnte von einem leichten Plus in der Kasse berichten und wurde entlastet. Bernd Streicher freut sich auf fünf weitere Jahre als Schriftführer.

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