Zwischen Neckar und Alb

Firma Heller ist jetzt 125 Jahre alt

Jubiläum Im Jahr 1894 legte der junge Hermann Heller in Nürtingen den Grundstein für ein Maschinenbau-Unternehmen, das Erfolgsgeschichte schreiben sollte.

Luftbild der Firma Heller. Foto: Heller

Vor 125 Jahren hat der erst 25-jährige Hermann Heller ein Handelsgeschäft sowie eine Fabrikation für geschützte Artikel und Uhrmacherwerkzeug in Nürtingen eröffnet. - Die Geburtsstunde des heutigen Familienunternehmens.

Mit dem Vertrieb von Werkzeugen aller Art legte der Unternehmensgründer den Grundstein für eine lange Erfolgsgeschichte. Das Jubiläum wird gebührend gefeiert. Von Mai bis Oktober zeigt das Stadtmuseum Nürtingen die Sonderausstellung „Beim Heller g’lernt“, in der die Öffentlichkeit in die Historie des traditionsreichen Maschinenbauers eintauchen kann. Am 6. Juli findet zudem ein großer Jubiläumstag im Nürtinger Stammwerk statt, bei dem für die Mitarbeiter samt Familien einiges geboten sein wird.

„Einen erheblichen Anteil unseres Erfolgs verdanken wir unseren Mitarbeitern, die ihre Aufgaben tagtäglich aufs Neue motiviert und auf einem herausragenden Niveau erfüllen“, sagt Klaus Winkler, CEO der Heller-Gruppe.

Ein Stück Nürtinger Geschichte

Die Geschichte von Heller ist untrennbar mit der Entwicklung der Stadt Nürtingen verbunden, wo das Unternehmen bis heute seinen Hauptsitz hat. Denn schon wenige Monate nach der Gründung expandierte Hermann Heller und pachtete mit dem „Steinernen Bau“ ein erstes größeres Produktionsgebäude, wo von sieben Arbeitern und drei Lehrlingen Parallelschraubstöcke, Ventilatoren und Wendeltreppen hergestellt wurden. Mit der Produktion von Kaltkreissägen zum Sägen von Metallen sowie der Fertigung von Sägeblattschärfmaschinen und Gewindeschneidapparaten gelang dem jungen Familienbetrieb 1898 der Einstieg in den Maschinenbau.

1900 stieg Hermann Hellers Bruder Ernst als gelernter Kaufmann ins Unternehmen ein. Dies war der Beginn der „Gebrüder Heller Werkzeug- und Maschinenfabrik“ in Nürtingen. Da die Nachfrage nach Maschinen aus dem Hause Heller groß war, zog man zur Jahrhundertwende auf das neu errichtete Firmengelände an der Neuffener Straße.

Bereits vor dem Zweiten Weltkrieg begann Heller mit der Entwicklung und Produktion von Sondermaschinen zur Bearbeitung von Flugzeug- und Schiffsmotoren. Nach Kriegsende hatte sich das Nürtinger Familienunternehmen im Maschinenbau schnell einen Namen gemacht und begann in den 1950er-Jahren mit dem Bau von Transferstraßen, etwa für die Automobilindustrie.

Nach dem Tod der Gründerväter Hermann und Ernst führte die zweite Generation mit Hermann Heller Junior und seinen Brüdern Rolf und Werner das Unternehmen in die Zeit des Wirtschaftswunders. In den 1960er-Jahren übernahm mit Hubert und Berndt Heller die dritte Generation die Führung in der Maschinenfabrik und entwickelte die Firma zu einer international erfolgreichen Unternehmensgruppe mit Innovationsgeist und zahlreichen Standorten in allen wichtigen Märkten.

Optimistisch in die Zukunft

Heute entwickelt und produziert die Heller-Gruppe mit rund 2 900 Mitarbeitern weltweit Bearbeitungszentren und Fertigungssysteme zur spanenden Bearbeitung für Kunden aus der Fahrzeugindustrie und vielen anderen Branchen. In den vergangenen Jahren wurde das Programm um innovative Anlagen zur Beschichtung von Zylinderlaufbahnen erweitert. So blickt man bei Heller im Jubiläumsjahr optimistisch in die Zukunft. „Wir starten unser Jubiläumsjahr mit gut gefüllten Auftragsbüchern und wollen auch 2019 erfolgreich arbeiten“, sagt Klaus Winkler. pm

Die Produkton in den 60er Jahren. Foto: Heller
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