Zwischen Neckar und Alb

Firmen suchen händeringend Fachkräfte

Arbeitsmarkt Saisonbedingt hat sich auch im Bezirk Göppingen im Juli die Zahl der Arbeitslosen erhöht – erfreulicherweise aber nur leicht. Jugendliche finden noch immer interessante Ausbildungsplätze.

Es ist Sommer. Saisonal üblich ist damit nicht nur die Temperatur, sondern auch die Zahl der Arbeitslosen im Bezirk Göppingen gestiegen, im Vergleich zum Juni um 1,6 Prozent. Die Arbeitslosenquote, die sich im Vergleich zum Vormonat nicht verändert hat, lag mit 3,1 Prozent gleichauf mit dem Schnitt in Baden-Württemberg.

„Der Arbeitsmarkt in der Region zeigt sich nach wie vor ausgesprochen positiv“, sagt Thekla Schlör, die Leiterin der Göppinger Arbeitsagentur. „Die leichte Zunahme der Arbeitslosigkeit im Juli wird wesentlich durch die Zugänge junger Menschen aus Ausbildung getragen.“ In den Sommermonaten melden sich verstärkt junge Menschen bei der Arbeitsagentur, die nicht in ihrem Betrieb bleiben können oder möchten. Viele streben eine weiterführende Schule beziehungsweise ein Studium an. „Eine Zunahme werden wir auch im August haben. Ab September werden die Zahlen dann wieder sinken“, ist sich Schlör sicher. Besonders Fachkräfte mit einer abgeschlossenen Ausbildung haben auf dem prosperierenden Arbeitsmarkt aktuell die besten Chancen auf Beschäftigung und werden von Betrieben händeringend gesucht. Dies zeigt sich auch an der Zahl offener Stellen, die weiter gestiegen ist.

Von allen Arbeitslosen im Agenturbezirk gehörten 5 963 Personen der Arbeitslosenversicherung an und wurden von der Arbeitsagentur betreut. 7 932 Personen waren in der Grundsicherung gemeldet und wurden von den Jobcentern in den beiden Landkreisen Esslingen und Göppingen betreut.

Im Landkreis Esslingen lag die Arbeitslosenquote im Juli bei 3,1 Prozent, im Bereich der Esslinger Geschäftsstelle bei 3,4 Prozent, in Kirchheim bei 3,0 Prozent, in Leinfelden-Echterdingen bei 2,5 Prozent und in Nürtingen bei 2,9 Prozent. Vor einem Jahr lag die Arbeitslosenquote im Kreis Esslingen noch bei 3,4 Prozent.

Im Juli waren 226 Jugendliche unter 20 Jahren arbeitslos gemeldet. Das waren 17,1 Prozent mehr als vor einem Monat, aber 10,7 Prozent weniger als vor einem Jahr. Bei den jungen Menschen unter 25 Jahren waren es 1 344 Arbeitslose, 16,1 Prozent mehr als im Vormonat, aber 11,2 Prozent weniger als im Juli 2017.

Die Zahl der 50-jährigen und älteren Arbeitslosen ist im Vergleich zum Juni um 35 auf 4 905 Personen gesunken. Das waren 185 Personen weniger als im Juli 2017.

3 885 Menschen waren im Juli seit mindestens einem Jahr bei der Agentur für Arbeit und den Jobcentern arbeitslos gemeldet und galten damit als langzeitarbeitslos. Das war eine Person weniger als im Vormonat, und 401 weniger als im Vorjahresmonat.

Im Bezirk der Agentur für Arbeit Göppingen waren im Juli 12 530 Stellen beim gemeinsamen Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit und der Jobcenter zur Besetzung gemeldet. Gegenüber Juni ist das eine Zunahme um 192 Stellen (plus 1,6 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr gab es 1 418 Stellen (plus 12,8 Prozent) mehr.

Die Zahl der neu gemeldeten Arbeitsstellen stieg im letzten Monat ebenfalls: Insgesamt wurden 3 671 Stellen neu gemeldet. Das waren 626 (plus 20,6 Prozent) mehr als im Juni und 495 (plus 15,6 Prozent) mehr als im Vorjahresmonat.

Offene Lehrstellen

Seit Beginn des Berufsberatungsjahres im Oktober letzten Jahres wurden 5 645 Berufsausbildungsstellen gemeldet, 7,4 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Bewerberzahlen sind mit 4 802 rund 2,5 Prozent niedriger als im Vorjahr.

„In einem Monat ist in den meisten Betrieben Ausbildungsstart. Wer eine Ausbildung machen möchte, kann auch jetzt noch seinen Platz finden. Allerdings heißt es, keine Zeit mehr zu verlieren und bei der Berufswahl flexibel und mobil zu sein. Dann sind die Chancen auf eine Ausbildungsstelle auch jetzt noch sehr gut“, ermuntert Bettina Münz, Geschäftsführerin und stellvertretende Leiterin der Arbeitsagentur, junge Menschen, die ohne Ausbildungsplatz in die Ferien starten.

Noch sind attraktive Ausbildungsplätze frei und nicht alle Jugendlichen, die die Schule zum Schuljahresende verlassen haben, sind versorgt. Das bietet auch Spätzündern die Chance auf einen erfolgreichen Berufseinstieg.

Die Arbeitsagentur richtet den Blick auf den Ausbildungsmarkt auch schon zum Ausbildungsbeginn in den Jahren 2019 und 2020.„Betriebe suchen immer früher nach ihren Nachwuchskräften und schließen Ausbildungsverträge ab. Denn Auszubildende sind ein kostbares Gut, das sich Betriebe unbedingt sichern möchten.“ Arbeitgeber sollten deshalb ihre freien Ausbildungsplätze frühzeitig an den Arbeitgeber-Service von Arbeitsagentur und Jobcenter melden. „Je früher wir einsteigen, umso besser gelingt der Ausgleich am Ausbildungsmarkt“, sagt Münz. pm

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