Zwischen Neckar und Alb

Flüchtlingsheim statt Bolzplatz

Die Stadt braucht Wohnraum für die Anschlussunterbringung

Wendlingen benötigt Wohnungen für die Anschlussunterbringung von mindestens 70 Flüchtlingen. Da geeignete Grundstücke, die der Stadt gehören, rar sind, wurde der Bolzplatz in der Nähe des Schäferhauser Sees für den möglichen Bau eines Gebäudes bestimmt.

Wendlingen. „Wir brauchen dringend Plätze für die Anschlussunterbringung der Flüchtlinge“, wies Bürgermeister Steffen Weigel in der letzten Gemeinderatssitzung hin. Der Bedarf könne im bestehenden Wohnungsmarkt nicht gedeckt werden. Und die Standortsuche für einen Neubau gestalte sich angesichts planungsrechtlicher sowie natur- oder landschaftsschutzrechtlicher Hindernisse schwierig. Beim Bolzplatz in der Nähe des Schäferhauser Sees gebe es solche nicht, erwiderte Stadtbaumeister Axel Girod auf die erstaunte Nachfrage von Stadtrat Wilfried Schmid (FWV). Das Landratsamt habe darüber hinaus signalisiert, dass erst bei einer längerfristigen Nutzung der Bebauungsplan geändert werden müsste.

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Probleme gebe es jedoch beim Lärm durch die Neckartalbahnlinie, die Neckarstraße sowie den Bolzplatz, der laut Weigel teilweise erhalten bleiben soll. Diesem Problem könne man aber durch passive Lärmschutzmaßnahmen begegnen. Auf dem Gelände soll ein Wohngebäude für mindestens 70 Flüchtlinge entstehen. Und dabei soll es sich um Wohneinheiten und nicht nur um Einzelzimmer handeln. Unter Umständen könne zu einem späteren Zeitpunkt der allgemeine Wohnungsmarkt davon profitieren, sagte der Rathauschef.

Dies brachte Stadträtin Ursula Vaas-Hochradl (Grüne) auf den Plan. Die Befürchtung, dass dort in Zukunft ein allgemeines Wohngebiet entwickelt wird, zerstreute Weigel. Aber er könne nicht garantieren, dass in dem geplanten Neubau auf absehbare Zeit nicht mehr gewohnt wird. Das hänge vom Bedarf und der Wirtschaftlichkeit ab. Der daraufhin gestellte Antrag der Grünen, in zehn Jahren die Notwendigkeit der Anschlussunterbringung zu überprüfen, wurde von der Ratsrunde mehrheitlich abgelehnt.