Zwischen Neckar und Alb

Förderung für Hochschule: Esslingen fehlen Professorinnen

Dozentenmangel Die Fachhochschulen haben Probleme, ihre akademischen Stellen mit qualifizierten Bewerberinnen und Bewerbern zu besetzen. Das soll ein Förderprogramm ändern. Von Petra Pauli

An der Hochschule fehlen Professorinnen und Professoren. Foto: Roberto Bulgrin

Qualifizierte Bewerbungen auf eine Professorenstelle sind Mangelware an der Hochschule Esslingen „Die Deckung des Personalbedarfs im akademischen Bereich ist alles andere als einfach“, beschreibt Rektor Christof Wolfmaier die Situation. Bei den technischen Studiengängen tut man sich besonders schwer. „Hier in der Region buhlen namhafte Firmen um die besten Köpfe, aber natürlich wollen auch wir als Hochschule die besten Leute“, beschreibt der Rektor das Dilemma. Aber einfach sei

 

„Viele Frauen wissen nicht,
dass sie qualifiziert wären.
Gabriele Gühring
Gleichstellungsbeauftragte

 

die Stellenbesetzung auch in den Bereichen Wirtschaft und Sozialwissenschaften nicht, die an der Hochschule Esslingen ebenfalls angeboten werden.

Das liegt auch an den besonderen Anforderungen einer Fachhochschule, für die seit den 2000er-Jahren der Begriff Hochschule für angewandte Wissenschaft (HAW) üblich geworden ist. Denn eine Promotion alleine genügt nicht: Fünf Jahre Berufserfahrung, davon drei Jahre außerhalb der Hochschule, sind Voraussetzung. „Bei uns ist der Karriereweg weniger strukturiert als an Universitäten. Das macht es für uns schwieriger“, sagt der Prorektor für Forschung und Transfer, Sascha Röck. Ist die wissenschaftliche Laufbahn an einer Uni einmal eingeschlagen, gebe es aber oft kein Zurück mehr. Durch den Praxisbezug sei das an einer FH anders.

Esslingen ist nicht allein mit dem Problem, professoralen Nachwuchs zu gewinnen. Mittlerweile stehen alle Hochschulen für angewandte Wissenschaften zunehmend dieser Herausforderung gegenüber. Abhilfe *soll das bundesweite Förderprogramm „FH-Personal“ ermöglichen. Bund und Länder stellen dafür insgesamt 431,5 Millionen Euro zur Verfügung. Die Hochschule Esslingen gehört zu den 13 baden-württembergischen Hochschulen, die gleich in der ersten von zwei Förderrunden einen positiven Bescheid bekommen haben.

Sechs Millionen Euro Zuschuss stehen ihr nun für ein sechsjähriges Qualifizierungskonzept des wissenschaftlichen Nachwuchses zur Verfügung. Dabei geht es nicht nur darum, allgemein mehr Personal zu finden, vor allem sollen mehr Professorinnen gewonnen werden. Derzeit sind nur rund 23 Prozent der Professorenstellen weiblich besetzt, doch damit liegt die Hochschule Esslingen sogar leicht über dem Durchschnitt. „Wir streben einen höheren Frauenanteil an“, sagt die Projektleiterin und Gleichstellungsbeauftragte, Professorin Gabriele Gühring. Eine HAW-Professur sei ideal für Frauen, denn auf dem Weg zur Hochschule baue man sich auch ein zweites Standbein in der Industrie oder Wirtschaft auf. Trotzdem gibt es viel zu wenig Bewerberinnen. „Das zeigt, dass Maßnahmen ergriffen werden müssen, die vor der Ausschreibung ansetzen. Denn wenn sich keine geeignete Frau bewirbt, kann auch keine berufen werden.“

Das neue Qualifzierungskonzept soll zeigen, wie der Weg vom Studium bis zur Professur typischerweise ablaufen kann. Die Hochschule Esslingen hat dafür acht inhaltliche Schwerpunkte identifiziert, zu denen Nachhaltige Energietechnik, Mobilität, Smart Factory und Gesellschaft im Wandel zählen. Hier möchte man ansetzen und aus bestehenden Stellen Schwerpunktprofessuren bilden. Konkret werden acht neue Promotionsstellen geschaffen. Dazu gibt es insgesamt 14 Postdoc-Tandem-Stellen. Die arbeiten an der Hochschule oder der Universität und bei einem Unternehmen. Das Programm dauert drei Jahre. „Dabei ergeben sich tolle Synergien für alle Beteiligten“, betont Sascha Röck.

Bei Programmen sind die Bewerberinnen und Bewerber nicht nur in die Forschung eingebunden, sondern müssen auch Veranstaltungen für Studierende halten. „Wir können so Personal finden, das Erfahrung mit der Lehre hat.“, nennt Wolfmaier die Vorteile. Wer das Qualifizierungsprogramm durchläuft, hat nicht automatisch eine Professorenstelle in der Tasche. Jeder muss sich trotzdem bewerben und im Berufungsverfahren überzeugen. Genauso wenig kann aber auch die Hochschule sicher sein, dass Kandidaten nicht doch in die Wirtschaft abwandern. „Wir wissen noch nicht, wie das Spiel am Ende ausgeht“, sagt der Rektor.

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