Zwischen Neckar und Alb

Food Trucks sollen Esslingen erobern

Sommerfest Ein zweites Team hat sein Konzept für eine Alternative zum Esslinger Zwiebelfest eingereicht. Die potenziellen Veranstalter wollen ein Streetfood-Festival organisieren. Von Melanie Braun

Ein ähnliches Event wie das Streetfood-Festival auf der Kirchheimer Hahnweide soll womöglich ab 2021 auch in Esslingen stattfind
Ein ähnliches Event wie das Streetfood-Festival auf der Kirchheimer Hahnweide soll womöglich ab 2021 auch in Esslingen stattfinden. Foto: Carsten Riedl

Es wäre etwas völlig anderes als das bisherige Zwiebelfest: Dem Esslinger Eventmanager und Gastronomen Enzo Messinese schwebt ein Streetfood-Festival als Sommerfest auf dem Marktplatz vor. Ein solches würde er in den nächsten zwei Jahren als Alternative zum Zwiebelfest gern zusammen mit seinem Partner Mark Wilcke organisieren. Das Konzept dafür hat das Team nun im Rathaus eingereicht. Damit gibt es jetzt Konkurrenz für die neun Gastronomen, die sich unter dem Titel „Esslinger Sommer“ bereits für das Marktplatzfest beworben haben.

Messinese ist durchaus bewusst, dass er mit seiner Form des Sommerfestes Neuland betreten würde: „Das Streetfood-Festival wäre mal etwas ganz anderes als die bisherigen Feste in Esslingen.“ Natürlich sei die Frage, wie es angenommen werde: „Letztlich entscheidet das Publikum.“ Aber er ist guter Dinge, schließlich hat er mit anderen vergangenes Jahr ein solches Event, bei dem kulinarische Besonderheiten aus aller Welt aus Bussen, Wohnwagen oder Trucks heraus verkauft werden, in Wendlingen auf die Beine gestellt - mit Erfolg. Zudem sei das Festival denkbar einfach zu organisieren: Auf- und Abbau seien nicht aufwendig und die Bedürfnisse der Marktbeschicker könnten auch berücksichtigt werden.

Für Messinese ist Streetfood nach wie vor ein interessanter, moderner und gesunder Trend. Ihm schwirrt schon länger die Idee durch den Kopf, ein solches Festival in Esslingen zu organisieren. Aber bislang habe es dafür keine Kapazitäten auf dem Marktplatz gegeben. Als die Zwiebelfest-Wirte jüngst ankündigten, das Areal nicht mehr nutzen zu wollen, hat Messinese die Gelegenheit beim Schopf gepackt. Der 41-Jährige war selbst schon mehrfach auf dem Zwiebelfest vertreten: Fünf Jahre lang hat er die „Onion Bar“ bei der Hocketse betrieben. Seit drei Jahren ist er zudem Mitveranstalter des Hafenmarktfests. Er würde das Streetfood-Festival auch gern langfristig in Esslingen etablieren - wenn der Marktplatz nach zwei Jahren von einem Sommerfest der Stadt belegt wird, kann er sich seine Veranstaltung auch anderswo vorstellen, etwa in der Neuen Weststadt.

Beim Gastro-Team „Esslinger Sommer“, das ein eher traditionelles Fest auf dem Marktplatz anstrebt, nimmt man die Kunde von der Konkurrenz sportlich auf. „Es ist keine große Überraschung, dass es nun einen Mitbewerber gibt“, sagt Salvatore Marazzo, Sprecher der acht Esslinger Kollegen und einer Stuttgarter Kollegin. Damit habe man gerechnet. Die Bewerbung um das Marktplatzfest sei schließlich ein offenes Spiel. „Es bleibt spannend“, sagt Marazzo. „Vielleicht kommt noch eine dritte und vierte Bewerbung.“

Zwei Jahre Übergangszeit

Noch bis zum 31. März können Interessenten ihre Konzepte bei der Stadt einreichen. Bislang liegen nur die zwei Bewerbungen von Messinese und dem Gastro-Team „Esslinger Sommer“ vor. Gerhard Gorzellik, Leiter des Ordnungsamts, berichtet aber von zahlreichen telefonischen Anfragen. Es sei also nicht auszuschließen, dass sich weitere potenzielle Veranstalter melden. Michael Metzler, Geschäftsführer der „Stadtmarketing und Tourismus GmbH“ (EST)-, sagt: „Ich finde es gut, dass so viel Bewegung in der Sache ist.“ Ob der Oberbürgermeister, das Ordnungsamt oder der Gemeinderat in letzter Instanz über die sommerliche Nutzung des Marktplatzes entscheiden, steht laut Gorzellik noch nicht fest.

Mit einem Interims-Sommerfest auf dem Esslinger Marktplatz in diesem und nächstem Jahr soll die Zeit überbrückt werden, bis die EST ab 2021 eine Nachfolgeveranstaltung für das bisherige Zwiebelfest übernimmt. Nachdem klar war, dass die Stadt künftig die Regie für das sommerliche Marktplatzfest übernehmen will, hatten die bisherigen Zwiebelfestwirte angekündigt, die Hocketse in der Übergangszeit nicht mehr organisieren zu wollen.

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