Zwischen Neckar und Alb

Fotos wie zu Urgroßmutters Zeiten

Geschichte Das Freilichtmuseum in Beuren rückt das Fotoatelier Hofmann mit einer besonderen Aktion in den Fokus: Die Besucher können sich selbst in Szene setzen und fotografieren lassen. Von Iris Häfner

Museumsleiterin Steffi Cornelius und Atelier-Retter Rainer Laskowski lassen sich wie einst der Dichter Hermann Hesse vor der Tec
Museumsleiterin Steffi Cornelius und Atelier-Retter Rainer Laskowski lassen sich wie einst der Dichter Hermann Hesse vor der Teck-Leinwand fotografieren. Foto: Carsten Riedl

Eine Hommage an Otto Hofmann. Das Freilichtmuseum Beuren hat den Kirchheimer Berufsfotografen auf besondere Weise in den Fokus gerückt. Jeder kann sich wie vor hundert Jahren selbst in Szene setzen und unter dem Motto „Posen wie früher“ fotografieren lassen. In der Scheuer aus Gärtringen hängt - extra für diesen Zweck bei den Kulissenbauern des Stuttgarter Staatstheaters in Auftrag gegeben - die berühmte Teck-Leinwand, die schon Hermann Hesse und seinem Kirchheimer Freundeskreis 1899 als dekorativer Hintergrund ...

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Rettung in letzter Sekunde dank eines Irland-Urlaubs

Seit knapp 20 Jahren steht das Fotoatelier Hofmann im Freilichtmuseum.Foto: Carsten Riedl
Seit knapp 20 Jahren steht das Fotoatelier Hofmann im Freilichtmuseum.Foto: Carsten Riedl

Nahezu sein ganzes Berufsleben als Museumsleiter in Kirchheim hat Rainer Laskowski das Fotoatelier Hofmann begleitet. Er war maßgeblich an seiner Rettung beteiligt. „Ich habe um 1985 in der Jesinger Straße vom Nachlassverwalter persönliche Unterlagen von Otto Hofmann bekommen - vom Tageslichtatelier im Garten hat er damals nichts gesagt“, erinnert er sich. Bis zum Tod von Tochter Anna Hofmann war es ihr Refugium. Erst danach konnte Laskowski einen Blick in das Atelier werfen.

„Ich bin fast umgefallen. Da hing die Leinwand, vor der sich Hermann Hesse fotografieren ließ. In einer Ecke waren Gartengeräte aufbewahrt“, erzählt er. Da war ihm klar: Das Häuschen muss erhalten werden. Doch er stieß auf großen Widerstand. „Das ist Schrott und gehört auf den Müll“, lautete die vorherrschende Meinung - auch bei den Stadt-Verantwortlichen. Ums Inventar durfte sich Laskowski kümmern, nicht aber ums Gebäude.

Eine Rettungsaktion lief an. Die Kirchheimer Fotografin Susanne Schneider lichtete berühmte Models im historischen Atelier ab und präsentierte die Aufnahmen bei der „photokina“ in Köln. Der erwünschte Erfolg blieb aus.

Das Schicksal des Fotoateliers schien besiegelt. Doch dann entdeckte Rainer Laskowski Ende der 90er-Jahre auf einer Irlandreise im Nationalen Freilichtmuseum ein Tageslichtatelier. „80 Prozent des Gebäudes waren nachgebaut. Da dachte ich: Wenn die Iren so was machen, darf unseres nicht auf den Schrott.

Die rettende Idee war das Freilichtmuseum Beuren. Doch wie passt ein städtisches Gebäude in ein Museum, das ausschließlich ländliche Kultur präsentiert? „Wir mussten es konzeptionell vertreten können“, sagt Museumsleiterin Steffi Cornelius. Eine alte Anzeige im Teckboten brachte die Lösung. Darin bot Otto Hofmann seine Dienste für die Menschen in der Stadt und auf dem Land an. „Die Menschen kamen vom Dorf in die Stadt und ließen sich dort auch fotografieren“, lautete das einhellige Urteil - und so stand einem Umzug nichts mehr im Weg. Die Kosten für die Translozierung trugen der Förderverein und der Landkreis. Das THW Kirchheim holte die Gebäudeteile 1999 von Kirchheim ins Depot im Tiefenbachtal, wo es saniert wurde, ehe es 2001/2002 im Museum wieder aufgebaut wurde.

An das Atelier wurde Rainer Laskowski 2014 wieder erinnert. Bei der Kellergrabung in der Jesinger Straße 8 und 10 war er auf der Suche nach Nachgeburtstöpfen. Nach ihnen hat er zwar vergeblich gesucht, dafür fand er rund 600 belichtete Glasplatten von Otto Hofmann. „Ich habe sofort Alarm geschlagen und sie für die Stadt Kirchheim gesichert“, erzählt er über eine seiner letzten Aufgaben als Museumsleiter. ih