Zwischen Neckar und Alb

Frühes Geständnis, mildes Urteil

Prozess Ein junger Syrer aus Nürtingen hat sich an einem Kind vergangen. Jetzt wurde er zu einer Gefängnisstrafe verurteilt.

Gericht
Symbolbild

Nürtingen. Weil er sich im August vergangenen Jahres in Nürtingen an einer Zwölfjährigen vergangen hat, muss ein junger Mann aus Nürtingen ins Gefängnis. Das Landgericht Stuttgart hat das Urteil gefällt. Der 22-Jährige muss für zwei Jahre und vier Monate ins Gefängnis.

Zwischen zwei Jahren und vier Monaten und zwei Jahren und acht Monaten Haft hatte die Vorsitzende Richterin Cornelie Eßlinger-Graf dem Angeklagten am ersten Verhandlungstag wegen sexuellem Missbrauch in Tateinheit mit sexueller Nötigung in Aussicht gestellt. Am Ende entschied sich die Richterin für das vergleichsweise milde Urteil. Grund sei unter anderem das Geständnis gewesen, das der Angeklagte bereits am ersten Verhandlungstag abgelegt hatte.

Er gab zu, sein Opfer im August in einem Nürtinger Döner-Laden angesprochen und in seine Wohnung gelockt zu haben. Dort habe er dem Kind 500 Euro für eine Massage geboten. Als sie ablehnte, habe er sich ausgezogen und gegen ihren Willen sexuelle Handlungen an dem Mädchen vorgenommen. Zu einer Vergewaltigung kam es nicht.

Noch bevor der Prozess am Stuttgarter Landgericht fortgeführt wurde, überreichte der Angeklagte der Anwältin des Opfers ein Schmerzensgeld ihn Höhe von 2 000 Euro. Er selbst hatte dies am ersten Verhandlungstag angeboten. Zusätzlich zahlte er noch rund 524 Euro für den Vergleich, der zwischen Anklage und Verteidigung getroffen wurde.

Weniger Zeugen vernommen

Aufgrund des Geständnisses verzichtete Richterin Eßlinger-Graf auf viele Zeugenaussagen. Nachdem bereits vorletzte Woche das Opfer und dessen Vater zu den Auswirkungen der Tat ausgesagt hatten, wurde gestern noch der ermittelnde Kriminalkommissar Thomas Kiefer angehört. Nach seiner Aussage habe die Polizei das junge Mädchen gemeinsam mit ihrem Vater in der Wohnung des Angeklagten vorgefunden. Das Mädchen sei „ängstlich und verschüchtert“ gewesen. Der Vater des Opfers, der mit seiner Familie aus Sarajevo nach Nürtingen gezogen war, hatte sich auf die Suche nach seiner Tochter gemacht, nachdem die Cousine des Mädchens ihm erzählt hatte, dass die Zwölfjährige mit einem jungen Mann nach Hause gegangen sei. Eine Reinigungskraft aus dem Döner-Laden hatte ihm schließlich die Adresse verraten. Als der Vater seine Tochter weinend in der Wohnung antraf, sei es zu verbalen und körperlichen Auseinandersetzungen gekommen. Die Polizei, die anschließend von dem Vater verständigt wurde, habe den 22-Jährigen noch in derselben Nacht in Gewahrsam genommen. sdf

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