Zwischen Neckar und Alb

Für den Abbau der Kreisschulden

Politik Die Republikaner stellen 31 Kandidaten auf die Liste für den Kreistag. Eine Kooperation mit der AfD gibt es nicht.

Wendlingen. Die Republikaner treten in allen 13 Wahlkreisen des Landkreises Esslingen wieder zur Wahl des Kreistages an. Bei einer Pressekonferenz in Wendlingen hat der Kreisrat und Kreisvorsitzende Ulrich Deuschle das Wahlprogramm der Republikaner präsentiert und verraten, warum nichts aus der Kooperation mit der AfD geworden ist. Deuschle verweist auf seine 30-jährige Erfahrung als Kreisrat und neun Jahre, die er im Landtag vertreten war. Seit 25 Jahren sitzt er zudem als Regionalrat im Parlament der Region Stuttgart. „Da kandidieren wir jetzt aber nicht mehr.“

Die Republikaner des Landkreises Esslingen hätten sich ganz auf die Kreistagswahl spezialisiert, erklärte der 67-Jährige aus Notzingen, der aktuell zusammen mit Werner Bauknecht aus Altenriet im Kreisgremium die Partei vertritt. Beide sind unter den 31 Kandidaten, die auf der „sehr kurzfristig aufgestellten“ Liste der Republikaner stehen werden. Die besteht zur einen Hälfte aus Parteimitgliedern und zur anderen Hälfte aus parteilosen Kandidaten. „Anfangs hatten wir die Kooperation mit der AfD gesucht“, so Deusch­le. Die AfD sei vor über einem Jahr „an uns herangetreten“ und habe nachgefragt, „ob wir eine gemeinsame Liste machen könnten“. Eine „gemeinsame starke Liste“ sei „leider gescheitert“, weil „der AfD-Kreisverband Zusagen und Vereinbarungen nicht eingehalten hat“, erklärte Deuschle. Dies liege „sicher an mangelnder Professionalisierung“. Eine Zusammenarbeit mit der AfD nach den Kreistagswahlen will der Kreisvorsitzende der Republikaner indes nicht ausschließen. Deuschle spricht von einer 90-prozentigen Übereinstimmung der beiden Parteiprogramme.

Er lege Wert darauf, dass die Kandidaten für den Kreistag nicht „einseitig verwaltungsorientiert sind“, so Deuschle. „Wir halten die starke Fixierung auf Bürgermeister bei den anderen Listen für problematisch.“ Denn eine wichtige Aufgabe des Kreistags sei die Kontrolle von Landrat und Kreisverwaltung. „In der Praxis hat sich aber gezeigt, dass die Kontrolle nur unzureichend funktioniert, weil viele Bürgermeister als Kreisräte an einem guten Verhältnis zum Landratsamt interessiert sind.“ Darin sieht ­Deuschle auch mit einen Grund dafür, dass der Landkreis „seit Jahren unterfinanziert und stark verschuldet“ sei. Die Bürgermeister-Kreisräte hätten ein Interesse an einer niedrigen Kreisumlage, um die Finanzen ihrer Gemeinde zu schonen. So komme der Landkreis aber nicht von seinen Schulden herunter - laut Deuschle sind dies aktuell 170 Millionen Euro. Die Republikaner schlagen daher eine Erhöhung der Kreisumlage um zwei Prozent zur Entschuldung vor. Durch die Verschuldung fehle der Spielraum für Investitionen, meint Deuschle. Lutz Selle

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