Zwischen Neckar und Alb

Fusion in Sicht

Volksbank und Genossenschaftsbank Wolfschlugen wollen fusionieren

Die Volksbank Kirchheim-Nürtingen und die Genossenschaftsbank Wolfschlugen wollen fusionieren. Wenn die Mitglieder zustimmen, soll die Verschmelzung im Mai rückwirkend auf den 1. Januar vollzogen werden.

Fusion in Sicht
Fusion in Sicht

Nürtingen. Vorstand und Aufsichtsrat beider Banken seien übereingekommen, Verhandlungen für einen Zusammenschluss aufzunehmen, sagt Markus Weber, der Pressesprecher der Volksbank Kirchheim-Nürtingen. Ziel sei es, die Leistungsfähigkeit der genossenschaftlichen Organisation in der Region weiter zu stärken.

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„Die fortschreitende Digitalisie­rung von Bankdienstleistungen, der anhaltend scharfe Wettbewerb auf dem Bankensektor, die Niedrigzinsphase sowie die Zunahme regulatorischer Anforderungen machen die Bündelung der Kräfte bei genossenschaftlichen Banken notwendig“, begründet Wolfgang Mauch, der Vorstandsvorsitzende der Volksbank Kirchheim-Nürtingen, in einer Pressemitteilung die Fusionsgespräche. Diesen Herausforderungen des Marktes wolle man sich frühzeitig stellen.

Anforderungen, die für eine kleine Bank wie die Genoba Wolfschlugen allein kaum noch zu stemmen sind, wie Pressesprecher Weber verdeutlicht. So brauche es zum Beispiel für Aufgaben im Verbraucherschutz wie die Erfüllung der Wohnimmobilienkreditrichtlinie eigens Spezialisten. Solche Aufgaben sollen künftig zen-tralisiert werden, sodass der Fokus vor Ort auf die Kundenberatung gelegt werden könne.

Die Volksbank Kirchheim-Nürtingen werde die übernehmende Bank sein. In Nürtingen werde daher auch der Hauptsitz sein, so Weber.

Der Anstoß für die Fusion sei gemeinsam erfolgt, so der Pressesprecher: „Als benachbarte Banken kennt man sich, es gibt viele Gemeinsamkeiten.“ So hätten im Auftrag beider Aufsichtsräte die Vorstände die Gespräche aufgenommen. „Es ist uns wichtig, die Nähe zu unseren Mitgliedern und Kunden sowie die Präsenz vor Ort weiter zu stärken“, so Sabine Northfield, Vorstandsmitglied der Genossenschaftsbank Wolfschlugen.

Etwaige wirtschaftliche Schwierigkeiten seien nicht der Grund für die Fusionsabsicht, sagt ihr Vorstandskollege Steffen Kühfuß. Die Genoba Wolfschlugen stehe wirtschaftlich solide da.

Die Fusionsverhandlungen sollen zur Generalversammlung der Genossenschaftsbank Wolfschlugen Ende April und zur Vertreterversammlung der Volksbank Kirchheim-Nürtingen Anfang Mai abgeschlossen sein. Stimmen beide Versammlungen für einen Zusammenschluss, wird die Bilanzsumme der gemeinsamen Bank rund 1,82 Milliarden Euro aufweisen. Sie wird mehr als 53 700 Mitglieder haben und 371 Mitarbeiter beschäftigen.

Damit zähle man zu den leistungsstärksten Banken im Landkreis Esslingen und könne seine Marktstellung weiter festigen. Die Genossenschaftsbank Wolfschlugen rangiert momentan unter 213 Genossenschaftsbanken in Baden-Württemberg auf Platz 197, was die Bilanzsumme betrifft, die Volksbank Kirchheim-Nürtingen auf Rang 20.