Zwischen Neckar und Alb

Garp eröffnet in Nürtingen ein neues Bildungszentrum

Ausbildung Corona-bedingt fällt die große feierliche Einweihung des preisgekrönten Gebäudes aus.

Der Garp-Vorstand und Projektleiterin Sabine Eckstein sind stolz auf die moderne Werkstatt im Neubau in Nürtingen. Foto: pr
Der Garp-Vorstand und Projektleiterin Sabine Eckstein sind stolz auf die moderne Werkstatt im Neubau in Nürtingen. Foto: pr

Nürtingen. „Durchblick“ vermittelt das Garp-Bildungszentrum als Partner der Wirtschaft für berufliche Aus- und Weiterbildung an seinen Standorten Plochingen, Ruit, Nürtingen und Göppingen seit 1969 Tausenden jungen Menschen. „Durchblick“ ist auch der Name einer Skulptur, die von der Firma Keller Lufttechnik gestiftet wurde und vor dem Eingang des Garp-Neubaus in Nürtingen am Lerchenberg die Blicke auf sich zieht. Die geplante große offizielle Einweihung des Neubaus fiel Corona zum Opfer - soll aber nachgeholt werden.

Das vom Architekturbüro „Riehle + Assoziierte“ zusammen mit Levin Monsigny Landschaftsarchitekten geplante Bildungszentrum hat einen industriellen Charakter. Außenfassaden, wechselnd aus Metallverkleidungen mit Lochblech und Glaselementen, durchfluten das Innere des Gebäudes mit Licht. Ein grüner Innenhof ist das i-Tüpfelchen des Hauses. Um diesen Innenhof gruppieren sich Seminarräume und eine 400 Quadratmeter große Werkstatt für die Metallausbildung sowie ein multifunktionales Labor für Mechatroniker. Alle Räume sind mit digitaler Technik, großen Touchscreens und neuen Maschinen ausgestattet und bieten optimale Voraussetzungen für modernste Aus- und Weiterbildung.

Wie bei Stahlskelettbauten üblich sind Versorgungsleitungen offen und sichtbar an der Decke verlegt. Dies und der Boden aus geschliffenem Estrich verleihen dem Gebäude einen schlichten und klaren Charakter. „Ganz bewusst haben wir uns für diese offene und ehrliche, aber auch solide und zweckmäßige Bauweise entschieden“, sagt Werner Waiblinger, Geschäftsführer von Garp über den Neubau, der rund sieben Millionen Euro gekostet hat.

Fördert nachhaltige Projekte

Diesen Betrag musste Garp nicht alleine stemmen. Bund und Land haben den Neubau mit 70 Prozent der Gesamtkosten unterstützt. Die Politik schätze den Wert der beruflichen Aus- und Weiterbildung als großen Erfolgsfaktor am Standort und fördere deshalb erfolgversprechende und nachhaltige Projekte, sagt Wirtschaftsstaatssekretärin Katrin Schütz und gratuliert zum gelungenen Neubau: „Ich bin davon überzeugt, dass sich diese gemeinsame Investition lohnen wird.“ Sie helfe mit, den technologischen und strukturellen Wandel der Wirtschaft in Baden-Württemberg zu bewältigen und die Qualifizierung von Fachkräften sicherzustellen.

Auch Nürtingens Oberbürgermeister Johannes Fridrich ist überzeugt, dass Garp mit dem Neubau einen geeigneten Standort gefunden hat: „Nürtingen besitzt ein hervorragendes Profil als Schul- und Bildungsstadt. Deswegen freue ich mich besonders, wenn in die Infrastruktur des Bildungssektors investiert wird.“ Fridrich betont, dass die Garp eine zentrale Rolle bei der Fachkräftesicherung spiele, denn wenn es vor Ort genügend Angebote an beruflicher Aus- und Weiterbildung gebe, könnten Fachkräfte auch in der Stadt gehalten werden.

Dass das neue Gebäude am Nürtinger Lerchenberg nahe dem Hölderlin-Gymnasium und der Rudolf-Steiner-Schule seinen Platz gefunden hat, sieht Werner Waiblinger positiv und spricht von einem „Bildungscampus, an dem man auch voneinander profitieren und sich austauschen kann“. Garp könne den benachbarten Schulen beispielsweise Berufsorientierungskurse anbieten. Ganz besonders freut er sich aber, dass das langjährige Thema „Standortsuche Nürtingen“ mit dem Neubau am Lerchenberg ein gutes Ende gefunden hat, bevor er in den Ruhestand geht. Martin Zimmermann

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