Zwischen Neckar und Alb

Gastel rechnet beim Diesel mit Totalschaden

Fahrverbote Der Nürtinger Grünen-Abgeordnete fordert konsequenten Umstieg auf alternative Antriebe.

Beim Dieselantrieb für Pkw rechnet Gastel mit einem „Totalschaden“. Foto: Jean-Luc Jacques
Beim Dieselantrieb für Pkw rechnet Gastel mit einem „Totalschaden“. Foto: Jean-Luc Jacques

Nürtingen. „Die Arbeitsverweigerung des Bundesverkehrsministers wird den Menschen in der Stadt und der Region Stuttgart immer mehr zum Verhängnis“, schreibt Matthias Gastel in einer Pressemitteilung zum Urteil des Stuttgarter Verwaltungsgerichts über die Luftreinhaltung in Stuttgart. Wenn die Länder weitreichende Fahrverbote verhängen müssten, gehe dies in erster Linie auf die Kappe von Alexander Dobrindt, sagt der Nürtinger Grünen-Abgeordnete, der Mitglied des Verkehrsausschusses im Bundestag ist.

Dobrindt blockiere seit Jahren die Initiativen aus Baden-Württemberg und trage damit die Verantwortung für die gesundheitsgefährdenden Schadstoffwerte. Gastel: „Das Bemühen von Ministerpräsident Kretschmann für eine Nachrüstung von Dieselautos war und ist richtig.“ Nachrüstungen seien sinnvoll, weil sich die Wirkung weder auf einzelne Tage noch auf bestimmte Straßenzüge beschränkt. Allerdings müssen Soft- und Hardware konsequent nachgerüstet werden, damit weniger oder keine Fahrverbote verhängt werden müssen. Der Vorschlag von Daimler sei unzureichend und noch dazu zu unverbindlich, um die Grenzwerte einzuhalten und die Gesundheit der Menschen zu schützen.

Aus dem Urteil des Verwaltungsgerichts spreche das Misstrauen gegenüber einer Autoindustrie, die jahrelang betrogen hat und der Gewinnmaximierung wichtiger war als die Gesundheit der Menschen. Ihre Betrügereien fallen der Autoindustrie nun immer heftiger auf die Füße. Beim Dieselantrieb für Pkws sei von einem Totalschaden auszugehen.

Die Antwort auf das Urteil könne nur lauten: So schnell wie möglich den Weg von der fossilen Verbrennungstechnologie hin zu emissionsfreien Zukunftsantrieben beschreiten. Die Automobilindustrie müsse endlich konsequent auf Fahrzeuge mit alternativen Antrieben setzen. Der Weltmarkt wird aus guten Gründen zunehmend danach verlangen.

Deutschland müsse dem Beispiel von immer mehr Industrienationen folgen und einen klaren Fahrplan für den Abschied vom fossilen Verbrennungsmotor aufstellen. „Für die Luftreinhaltung unserer Städte brauchen wir effektive und bundeseinheitliche Instrumente.“pm

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