Zwischen Neckar und Alb

Gemeinsame Kulturprojekte

Esslingen/Leipzig. Bei der Kulturpflege bestreitet Sachsen einen Sonderweg. Landkreise, Kommunen und der Freistaat ziehen an einem Strang. Die Kultursekretärin des Kulturraums Leipziger Raum, Ines Lüpfert, veranschaulichte Vertretern des Landkreises Esslingen, wie Kulturhäuser, Orchester, Museen, Bibliotheken, Theater und andere kulturelle Einrichtungen gefördert werden. Dazu sind die Landkreise Leipzig und Nordsachsen in einem Zweckverband vernetzt.

Ob Sprüche auf Häusern aufgebracht werden, wie humoristische Verse von Joachim Ringelnatz in dessen Geburtsstadt Wurzen, ein zwölf Stationen umfassender Lutherpfad Pilger auf die Spuren des Reformators locken soll oder ein Bücherbus mit festem Fahrplan als „Bibliothek to go“ über Land fährt – geplant und finanziert werden solche Attraktionen im Verbund. Dem Freistaat Sachsen sind seine Kulturräume jährlich 91,7 Millionen Euro wert.

„Wer viel ausgibt, bekommt viel“, so erklärte Ines Lüpfert den Verteilungsmodus. Die Kulturkasse des Leipziger Raums kann pro Jahr mit acht Millionen Euro wirtschaften. Rund die Hälfte davon wandert in die Sparte Musik. Verblüfft waren die Gäste aus dem Kreis Esslingen darüber, dass sich der Kulturraum zwei Orchester mit 80 fest angestellten Musikern leistet. Wie Ines Lüpfert sagte, gestaltet sich die Finanzierung aber zunehmend schwierig. Die Lohnzahlung könne sich nicht mehr an den Tarif anlehnen. „Die beiden Orchester haben inzwischen offene Forderungen in Höhe von insgesamt 1,5 Millionen Euro.“ Diese Gelder könne der Kulturraum nicht bedienen. „Die Finanzsituation stellt uns nicht zufrieden“, so die Kultursekretärin. Ein Gutachten soll aufzeigen, wie es weitergehen kann.ank

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