Zwischen Neckar und Alb

Gesundheit im Wandel der Demografie

Krankenkassen Junge Union Kirchheim informiert sich im Gespräch mit Vertretern der AOK Neckar-Fils.

Kirchheim. Die Junge Union Kirchheim hat im Dialog mit Vertretern der AOK Neckar-Fils über die Pflegesituation, die Finanzierung von Krankenkassen und die aktuelle Gesundheitspolitik durch eine spannende Diskussion unter anderem ein Gefühl dafür erhalten, welche Auswirkungen die Gesundheitspolitik, der demografische Wandel und die Flüchtlingsthematik auf die gesetzlichen Krankenkassen haben. Im Gespräch mit dem Geschäftsführer der AOK Neckar-Fils, Johannes Bauernfeind, sowie deren Pressesprecher Jan Löffler ging es unter anderem um das Pflegestärkungsgesetz II, das die verbesserte Behandlung von Demenzkranken beinhaltet.

Rico Hann von der JU Kirchheim bewertet dieses Gesetz sehr positiv: „Dadurch wird unter anderem die Minutenpflege durch mehr Selbstständigkeit der Menschen ersetzt.“ Die Bürgerversicherung sehen die JU-Vertreter hingegen kritisch, da diese schon aus gesetzlichen Gründen nicht möglich sei und am Versicherungsstatus der Beamten scheitere. Michael Haug, ergänzt: „Die Idee einer Bürgerversicherung ignoriert eine generell kritische Reflexion des bestehenden gesetzlichen Versicherungssystems.“

Zudem entstehe die Gefahr, dass der Wettbewerb bei steigender Regulierung ausschließlich über den Preis entschieden wird. „Gerade im Gesundheitsbereich sollten wir von einer aggressiven Preispolitik aus ethischen Gründen abstand nehmen und vielmehr eine Leistungssteigerung als Ziel setzen“, stimmt Paul Hennrich in der Gesprächsrunde zu. Denkbar wäre, dass die Krankenkassen ihr Angebot an das Mitglied individueller gestalten und damit für eine passgenaue Versorgung sorgen. Robert Beck sieht viel Potential: „Durch diesen Ansatz erhalten Versicherte das beste Leistungsangebot bei gleichzeitiger Qualitätssteigerung der Krankenkassen.“

Den demografischen Wandel sieht man seitens der AOK Neckar-Fils nicht grundsätzlich als Problem, da die Menschen zwar älter werden aber im Umkehrschluss auch länger gesund bleiben. Auch das Flüchtlingsaufkommen habe zu keinem Finanzierungsproblem der Krankenversicherungen geführt, was unter anderem darauf zurückzuführen sei, dass Flüchtlinge kaum kostenintensive Zivilisationskrankheiten wie Übergewicht, Diabetes oder Allergien haben und im Schnitt 25 Jahre alt sind.

Ein finanzielles Problem entsteht den Kassen jedoch durch Hartz-IV-Pauschalen. Die angesetzten 80 Euro sind zu gering und müssten schließlich von den Kassen, also von den Beitragszahlern, ausgeglichen werden. Svenja Gölz, stellt abschließend fest: „Grundsätzlich ist das gesetzliche System sehr sicher.“pm

Anzeige