Zwischen Neckar und Alb

„Gewinner“ werden abgezockt

Betrug Polizei warnt vor Gewinnversprechen am Telefon: Die Gauner fordern eine Gebühr, zahlen aber nie einen Gewinn aus.

Region. In den vergangenen Tagen häufen sich im Bereich des Polizeipräsidiums Reutlingen die Anrufe, in denen Betrüger den Angerufenen vorgaukeln, sie hätten eine sechsstellige Summe bei einer Lotterie gewonnen. Um den Gewinn auszahlen zu können, müsse man zuvor eine Gebührenzahlung in Form von Gutscheinen namhafter Internetversandhändler leisten. Mit dieser Masche wurden dieser Tage zwei Rentner aus der Region um jeweils mehrere Hundert Euro gebracht.

Den Betrügern, in beiden Fällen eine angebliche Notariatskanzlei aus München, gelang es durch geschickte Gesprächsführung ihre Opfer so zu beeinflussen, dass sie Warengutscheine erwarben und deren Codenummern übermittelten. Als die versprochenen Gewinne ausblieben, wurden sie dann stutzig und informierten die Polizei. Beide Geschädigte waren einer dreisten Bande organisierter Betrüger aufgesessen. Auch aus Neuffen, Filderstadt, Ostfildern und Nürtingen wurden der Polizei entsprechende Anrufe gemeldet.

Betrüger fordern Gebühren

Das Versprechen angeblich hoher Gewinne ist eine Masche, die Betrüger in den unterschiedlichsten Varianten anwenden. Das Ziel ist jedoch immer das gleiche: Die Betrüger wollen an das Geld ihrer Opfer gelangen. Vor einer Gewinnübergabe werden diese dazu aufgefordert, eine Gegenleistung zu erbringen, beispielsweise in Form einer „Gebührenzahlung“. Die Anrufer geben sich nicht selten als Rechtsanwälte, Notare oder sonstige Amtspersonen aus, täuschen seriöse Rufnummern vor, geben klare Zahlungsanweisungen oder drohen gar zur Einschüchterung mit einer Strafanzeige.

Aktuell werden vor allem älteren Menschen angebliche Gewinne am Telefon versprochen, wenn diese für die entstandene Kosten in Vorleistung gehen. Eine Auszahlung des Gewinns erfolgt jedoch nie. Die Opfer müssen meist mit weiteren Anrufen und Forderungen rechnen. Die Polizei rät deshalb dazu, den telefonischen Gewinnversprechen keinen Glauben zu schenken und sich von den angeblichen Amtspersonen am Telefon nicht unter Druck setzen zu lassen. „Angehörige deutscher Strafverfolgungsbehörden würden Sie niemals am Telefon zu einer Geldüberweisung nötigen“, betont der Sprecher des Polizeipräsidiums Reutlingen. Zudem sollten telefonisch keine persönlichen Informationen wie Adressen, Kontodaten, Kreditkartennummern oder auch Informationen zum persönlichen Umfeld weitergegeben werden. lp

1 Weitere Infos sind im Internet zu finden unter: www.polizei-beratung.de oder unter www.pfiffige-senioren.de

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