Zwischen Neckar und Alb

Glas für den Genuss

Getränkehersteller Coca-Cola bietet seine Limonaden wieder in Glasflaschen an. Das Unternehmen investiert dazu in Deizisau fünf Millionen Euro in die Produktionslinie und eine neue Reinigungsanlage. Von Roland Kurz

Betriebsleiter Thomas Sprecher zeigt die Ein-Liter-Glasflasche, die nach dem Umbau in Deizisau abgefüllt werden soll. Foto: Robe
Betriebsleiter Thomas Sprecher zeigt die Ein-Liter-Glasflasche, die nach dem Umbau in Deizisau abgefüllt werden soll. Foto: Roberto Bulgrin

Der Getränkehersteller Coca-Cola investiert rund fünf Millionen Euro in seinen Standort Deizisau. Zwei Großprojekte sind dieses Jahr geplant: das Comeback der Ein-Liter-Glasflasche und der Einbau einer neuen Reinigungsmaschine. „Das ist eine der größten Investitionen der letzten Jahre an unserem Standort“, sagt Thomas Sprecher, der im Januar die Betriebsleitung im Deizisauer Werk übernommen hat.

Deizisau ist einer von 16 Produktionsstandorten von Coca-Cola in Deutschland, 1957 in Betrieb gegangen. Etwa 350 Mitarbeiter sind dort beschäftigt. Sie füllen zwölf verschiedene Getränkesorten ab, im Jahr 119 Millionen Liter, die in elf Millionen Kisten ausgeliefert werden. Vier Millionen Kisten mit anderen Sorten werden noch von anderen Standorten bezogen und von Deizisau aus verteilt. Fast ganz Baden-Württemberg versorgt der Betrieb mit seinen Limonaden.

Deizisau läuft im Konzern als reiner Mehrweg-Standort. „Wir sind eine der erfolgreichsten Mehrweg-Produktionsstätten“, sagt Thomas Sprecher, dies belegten seine Produktivitäts-Ziffern. Auch deshalb testet Coca-Cola hier das Comeback der großen Glasflasche, die man 1994 verbannt hatte.

Glas sei seit einigen Jahren einer der „Erfolgstreiber“ des Unternehmens, sagt Pressesprecherin Christina Witt. 90 Jahre nachdem in Deutschland die erste Coca-Cola-Flasche abgefüllt wurde, gilt insbesondere die kleine 0,2-Liter-Glasflasche wieder als Trinkkultur. Und immer mehr Kunden greifen zu zuckerfreien Versionen der Limonaden. In Deizisau laufen schon sieben Zero-Varianten vom Band. Marktanalysen und die Resonanz in den Netzwerken zeigen laut Witt auch, dass Konsumenten zur großen Glasflasche greifen würden.

Mit großen Mengen rechnet das Unternehmen nicht, es will die Ein-Liter-Flasche eher für die Premium-Verwendung anbieten. Sie soll zu besonderen Anlässen auf dem Tisch stehen. Das Gewicht habe man im Vergleich zur früheren Liter-Glasflasche um 132 Gramm reduziert, sagt Sprecher, die Sechser-Kiste sei auch leichter als die Zwölfer-Kiste mit PET-Flaschen. Eine etwas schlankere, griffigere Form hat man der neuen Pulle auch verpasst.

Um die große Glasflasche abzufüllen, wird in Deizisau eine Produktionslinie umgebaut. Auf ihr können dann die Kunststoff- und die Glasflaschen abgefüllt werden. Ein „komplexer Eingriff“, meint Sprecher, die Glasflaschen müssen ruckelfrei über die Bänder laufen. Zur Planung habe man deshalb auch die Mitarbeiter einbezogen und sie gefragt, wie sie es machen würden. Im Sommer soll die umgebaute Linie in Betrieb gehen.

Genauso aufwendig ist der darauf folgende Einbau der neuen Reinigungsmaschine für kleine Glasflaschen. Die Riesenspülmaschine wiegt um die 100 Tonnen und muss millimetergenau in die Glas-Mehrweglinie eingepasst werden. Für den Umbau muss zudem eine Wand um acht Meter versetzt werden. Für beide Großprojekte werden die Anlagen mehrere Wochen stillstehen.

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