Zwischen Neckar und Alb

Göppinger Sprudel ist nicht mehr zu retten

Wirtschaft Hiobsbotschaft von „Aqua Römer“: Der Standort in Jebenhausen mit 50 Arbeitsplätzen soll schließen.

Die Abfüllanlage in Jebenhausen mitsamt allen Göppinger
Mineralwässern soll bald Geschichte sein. Foto: pr

Jebenhausen. Über 600 Jahre gibt es das Göppinger Mineralwasser schon, jetzt soll es vom Markt verschwinden. „Eine Fortführung der Produktion in Göppingen macht keinen Sinn mehr“, sagt Andreas F. Schubert, Geschäftsführer des Brunnens. „Aqua Römer“ möchte den Standort in Jebenhausen schließen und Produktion, Logistik, Vertrieb und Verwaltung an den zweiten Abfüllort St. Christopherus in Mainhardt verlagern.

Die Göppinger Abfüllanlage sei seit Jahren hoch defizitär und demnach nicht mehr zu retten, sagt Geschäftsführer Schubert, der im Juli in den Ruhestand geht. Nachfolgerin wird seine bisherige Co-Geschäftsführerin Nadja Ohlendorf. „Die Produktion soll noch im laufenden Jahr auslaufen“, kündigt sie an. Bevor es zu der Entscheidung gekommen sei, habe man für die Aqua Römer alle Alternativen, um den Standort Göppingen wieder betreiben zu können, geprüft. Schubert: „Wir hätten aber drei- bis viermal so viel Göppinger Sprudel verkaufen müssen. Das hätten die Quellen gar nicht hergegeben.“

Dem Unternehmen sei es wichtig, die geplante Schließung so sozialverträglich und fair wie möglich umzusetzen. Etwa 50 der 100 Mitarbeiter in Göppingen sollen mit ins 63 Kilometer entfernte Mainhardt gehen, wo momentan aufgrund höherer Umsätze Überstunden gefahren werden. Bisher arbeiten dort 100 Beschäftigte - wenn bis spätestens 2020 die Göppinger dazukommen, sollen es 150 sein. Für die Mitarbeiter, die nicht mehr gebraucht werden, soll mit dem Betriebsrat ein Sozialplan und ein Interessenausgleich ausgehandelt werden. „Betriebsbedingte Kündigungen wird es nicht geben“, sagt Geschäftsführer Schubert. Joa Schmid

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