Zwischen Neckar und Alb

Grabungen finden heute noch statt

Ausflugstipp In der Karsthöhle Hohler Fels bei Schelklingen können die Besucher seltene Funde bestaunen.

Vom Steg aus blickt Barbara Rüd auf die Ausgrabungen. Foto: Gabriele Böhm
Vom Steg aus blickt Barbara Rüd auf die Ausgrabungen. Foto: Gabriele Böhm

Region. Die Venus mit üppiger Oberweite, der Löwenmensch und der Wasservogel aus Mammut-Elfenbein, die Flöte aus Gänseknochen - der Hohle Fels im Achtal bei Schelklingen wurde durch seine archaischen Kunstwerke weltberühmt. Er gehört zu einer der rund 2600 bekannten Höhlen der Schwäbischen Alb und ist seit 2017 Teil des Unesco-Welterbes „Höhlen und Eiszeitkunst der Schwäbischen Alb“.

Barbara Rüd führt regelmäßig durch die Höhle. „Der Hohle Fels entstand in einem Schwammstotzen des Jurameers, das vor etwa 160 Millionen Jahren existierte“, erläutert sie. Wer die Höhle betritt, findet im Eingangsbereich die wichtigsten Informationen sowie Repliken der Funde. Dann geht es über einen 29 Meter langen Steg, direkt hinweg über die Ausgrabungen der Universität Tübingen. Stück für Stück graben sich die Archäologen seit 1977 durch die Erdschichten tiefer in die Vergangenheit. Jungsteinzeit, Altsteinzeit, die Zeit des Neandertalers, all das liegt Besuchern zu Füßen.

Über den Steg gelangt man in die rund 30 Meter hohe, 6000 Kubikmeter umfassende Halle der Höhle. 1830 bis 1871 wurde hier Ton abgebaut. „Die Bärenknochen, die man dabei fand, wurden auch gleich mit vermarktet“, berichtet Barbara Rüd. Auch Fledermausmist wurde abgebaut. In der Höhlenmitte entstand ein Plateau, auf dem Konzerte stattfinden.

An den Höhlenwänden bilden der helle Kalkstein und der dunklere Lehm Muster. Auch Tropfsteine finden sich, die allerdings unter König Wilhelm in großer Zahl abgeschlagen und im Neuen Schloss Stuttgart als Wandverkleidung verbaut wurden. An vielen Stellen leuchtet Mondmilch auf, ausgefällter Kalk, der wie Eis wirkt und blumenkohlähnliche Formen bildet. Gabriele Böhm

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