Zwischen Neckar und Alb

Größte Kita muss dicht machen

Pandemie Die Stadt Plochingen muss eine Kita schließen. Zwei Erzieherinnen sind positiv getestet worden.

Plochingen. Die Stadt Plochingen hat im Laufe des Mittwochs ihre größte Kita, das Kinderhaus Bismarckstraße, geschlossen. Damit sind rund 100 Kinder und 30 Mitarbeiter in Quarantäne. Nachdem sich herausgestellt hatte, dass eine Erzieherin im Krippenbereich einen positiven Corona-Befund hat, war man am Dienstag noch davon ausgegangen, nur drei Gruppen schließen zu müssen. Wo sich die Mitarbeiterin das Virus eingefangen hat, sei völlig unklar, berichtet Bürgermeister Frank Buß. Doch dann wurde bekannt, dass sich eine Auszubildende ebenfalls angesteckt hat, die auch Kontakt zu den größeren Kindern hatte. Buß bedauert die Schließung - auch weil sie viele Eltern wieder in die Betreuungsnot stürzt.

Die Stadt hat sofort eine erste Testrunde für Mitarbeiter in den städtischen Kindertageseinrichtungen veranlasst. Buß geht davon aus, Anfang der kommenden Woche eine zweite Runde machen zu lassen, damit möglichst schnell eine Notbetreuung aufgebaut werden kann.

Das Virus hat auch einen Schüler am Plochinger Gymnasium erwischt. „Zwölf weitere Schüler sind als direkte Kontaktpersonen in Quarantäne und müssen sich nun testen lassen“, berichtet Schulleiter Heiko Schweigert. Für den übrigen Unterricht habe dies derzeit keine weiteren Auswirkungen. Laut Landratsamtsprecherin Andrea Wangner hat das Gesundheitsamt am Mittwoch insgesamt 64 akute Corona-Fälle an Kindertageseinrichtungen, Schulen, in der Kindertagespflege und anderen Gemeinschaftseinrichtungen im Kreis verzeichnet.

Testzentrum überlastet

„Wir haben steigende Infektionszahlen, also auch eine noch stärker steigende Anzahl von Kontaktpersonen“, sagt Wangner mit Blick auf den generellen Trend im Kreis. Damit nimmt auch der Andrang im Nürtinger Testzentrum zu. Bei Marc Lippe, dem Bezirksgeschäftsführer der Malteser, die im Landkreis für die Testzentren zuständig sind, klingt es dramatischer: „Wir sind so überlastet, dass wir es nicht mehr schaffen.“ Trotz Personalaufstockung habe man die Kapazitätsgrenze erreicht. Zudem kämen die Labore mit der Auswertung der Tests kaum noch hinterher. Die Folge: Man musste in Nürtingen Leute abweisen, obwohl ohnehin nur Verdachtsfälle zugelassen sind. Wer zum Test bleiben darf, muss laut Lippe bis zu vier Stunden warten - „auch Menschen mit Symptomen. Das ist eine echte Zumutung.“

Eine Entlastung verspricht er sich vom Testzentrum in der Messe, das gestern wieder in Betrieb ging. Landkreis-Sprecherin Wangner verweist außerdem auf die Testmöglichkeiten in den Corona-Schwerpunktpraxen. ez

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