Zwischen Neckar und Alb

Großer Respekt vor der erbrachten Leistung

Personalie Führungswechsel bei den Maltesern in Kreis und Stadt. Graf Ballestrem erhält einen Orden.

Nürtingen. Trotz der Hitze hatten sich viele Menschen zum feierlichen Anlass eingefunden - zur Verabschiedung des Kreisbeauftragten Carl-Ludwig Graf Ballestrem. Malteser-Bezirksgeschäftsführer Lippe skizzierte die 21 Jahre der Amtszeit Ballestrems als Kreisbeauftragter und bezeichnete Ballestrem als den „ruhenden Pol, der die Mannschaft zusammengehalten hat“, und der den engen Austausch in den Führungsrunden und auf Diözesan-Ebene beförderte. Ballestrem habe sich vor allem bei der Gründung neuer Gliederungen auf Ortsebene im Kreis hervorgetan. Dass die Malteser nun im Bereich Esslingen-Reutlingen mit all ihren Einrichtungen so gut und breit aufgestellt seien, sei der Verdienst von Ballestrem.

Ausführlich gewürdigt wurde das Wirken von Ballestrem auch von Diözesanleiter Karl-Eugen Erbgraf zu Neipperg. Neipperg erinnerte daran, wie die Malteser des Kreises 2013 zum Dienst in den Hochwassergebieten an der Oder ausrückten. Mit der Arbeit im Flüchtlingsaufnahmelager habe man zudem Großes geleistet. Der Diözesan-Beauftragte: „Ihr wart Vorbild für viele Hilfsorganisationen.“ Genauso habe sich Ballestrem mit seinem Kreis-Team auf den Gebieten des sozialen Ehrenamts starkgemacht. Ein Beispiel sei die Arbeit in der Demenzbetreuung und im Kinderhospizdienst.

Weg vom Blaulicht, hin zu den stillen Diensten - auch diesen Spagat habe Ballestrem grandios gemeistert. So habe sich unter seiner Führung eine in der Diözese einzigartige Entwicklung ergeben. Das sei das Verdienst des „Integrationsmenschen“ Ballestrem, der stets Meinungen und Strömungen sowie Menschen unterschiedlichster Art zusammengebracht habe.

Neipperg war selbstverständlich nicht mit leeren Händen nach Nürtingen gekommen. Im Namen des Präsidenten der Malteser verlieh er Ballestrem die Malteser-Verdienstplakette in Gold. Der scheidende Kreis-Chef hinterlasse ein geordnetes Feld, sagte Neipperg bei der Ernennung von Thaddäus Kunzmann als Nachfolger. Trotz des bestellten Feldes warteten auf Kunzmann neue Aufgaben. Die aber seien bei ihm in guten Händen, sagte der Diözesanleiter, der auch Markus Ludwig als Kunzmanns Nachfolger zum Nürtinger Stadtbeauftragten der Malteser ernannte.

In seiner Dankesrede klärte Carl-Ludwig Graf Ballestrem die Frage, warum er überhaupt seinen Posten verlasse. Nach seiner Hochzeit im vergangenen Jahr in Augsburg führe er mit seiner ebenfalls für die Malteser tätigen Frau eine Wochenendbeziehung. Das wolle man nun ändern. Danach präsentierte Ballestrem seinen persönlichen Rückblick, den er bewusst mit vielen Weggefährten verknüpfte. Ihm sei es auch im Einklang mit anderen Hilfsorganisationen immer darum gegangen, gemeinsam etwas zu tun, das den Menschen helfe. Zur Flüchtlingsarbeit sagte er: „Diese Menschen haben unsere Hilfe verdient.“

Er habe der Arbeit der Malteser im Kreis Struktur geben wollen, sagte er. Ganz wichtig sei ihm unter anderem die Arbeit für das Kinderhospiz. Bedeutsam sei für ihn auch gewesen, neue Gliederungen in Nürtingen, Kirchheim, Plochingen und Aichtal ins Leben zu rufen. Mitstreiter wie Bezirksgeschäftsführer Lippe und sein Nachfolger Kunzmann einst in seiner Funktion als Stadtbeauftragter seien für ihn sehr wichtig gewesen.Andreas Warausch

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