Zwischen Neckar und Alb

Grüne suchen nach Kandidaten

Politik Die stärkste Fraktion im neuen Rat hat das Vorschlagsrecht für die Nachfolge von Bürgermeister Markus Raab.

Esslingen. Die Suche nach einer Nachfolgerin oder einem Nachfolger für Markus Raab geht weiter: Ende August verabschiedet sich der Esslinger Bürgermeister für Ordnungswesen, Kultur, Soziales, Schule und Sport in den Ruhestand - bis dahin soll eigentlich längst geklärt sein, wer dann sein Dezernat übernehmen wird. Bislang hat die CDU-Ratsfraktion das Vorschlagsrecht für sich reklamiert, doch seit der Kommunalwahl sind die Karten neu gemischt: Die Grünen sind an der CDU vorbeigezogen und stellen inzwischen die stärkste Fraktion im Rathaus. Nun hat sich der Ältestenrat des Gemeinderats in einer nicht öffentlichen Sitzung endgültig darauf verständigt, dass damit auch das Vorschlagsrecht wechselt. Die Grünen müssen möglichst rasch nach Kandidaten Ausschau halten - ob der Gemeinderat die Personalie tatsächlich wie geplant am 22. Juli zum Abschluss bringen kann, steht in den Sternen. Sollte es den Grünen gelingen, bis dahin einen passenden Personalvorschlag zu präsentieren, könnte tatsächlich wie geplant gewählt werden. Denn obwohl die Bewerbungsfrist eigentlich abgelaufen ist, gibt es bei Dezernentenwahlen die Möglichkeit, auch nachträglich den Hut in den Ring zu werfen.

Bewerbungen sind noch möglich

Im Rathaus hält man sich auch nach der nicht öffentlichen Sitzung des Ältestenrates erst einmal bedeckt. Nur so viel ist offiziell zu erfahren: Der Wechsel des Vorschlagsrechts von der CDU zu den Grünen wird von den anderen Fraktionen anerkannt. Die Wahl eines Nachfolgers für Markus Raab wird für die Sitzung des Gemeinderates am 22. Juli vorbereitet. Dass sich die Verwaltung bei dieser Personalie bedeckt hält, ist nicht überraschend: Um mögliche Einsprüche unterlegener Bewerber zu vermeiden, haben die Verantwortlichen im Rathaus alle juristischen Eventualitäten im Vorfeld mit dem Regierungspräsidium auf mögliche Fallstricke hin abgeklopft. Dabei ging es auch um die Frage, ob sich weitere Kandidaten nach Ende der offiziellen Bewerbungsfrist noch melden dürfen. „Mittlerweile wurde uns bestätigt, dass Bewerbungen bis zum Wahltermin noch möglich seien“, erklärt Rathaus-Sprecher Roland Karpentier.

Damit sind nun die Grünen am Zug, die bis zur Kommunalwahl davon ausgegangen waren, dass die Christdemokraten ihr Vorschlagsrecht wahrnehmen dürfen. Falls es den Grünen bis zum 22. Juli nicht gelingen sollte, bereits einen Kandidaten ihrer Wahl zu präsentieren, ist denkbar, dass sich alle bisherigen Bewerber im Gemeinderat vorstellen. Sollte dann niemand die nötige Mehrheit erhalten, müsste das Bewerbungsverfahren neu aufgerollt werden.Alexander Maier

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