Zwischen Neckar und Alb

Grünes Licht für Camping am Jusi

Tourismus Der Kohlberger Gemeinderat votiert einmütig für naturnahe Wohnmobilstellplätze auf dem Festplatz. Als Teil der „Wohnmobilfreundlichen Region Stuttgart“ hofft man auf Impulse für den Tourismus. Von Mara Sander

Blick auf den Jusi. Foto: Jürgen Holzwarth

Von der praktischen Seite des neuen Gemeindelogos „Kohlberg - Gemeinde mit Weitblick“ können sich voraussichtlich ab dem nächsten Jahr auch Campingfreunde mit eigenen Augen überzeugen, denn die Gemeinde plant Stellplätze für Wohnmobile auf dem Festplatz mit herrlichem Blick in die Landschaft.

Der Gemeinderat votierte einstimmig für die Errichtung von Stellplätzen für Wohnmobile auf dem „Festplatz“ im Rahmen der Projektidee „Wohnmobilfreundliche Region Stuttgart - Teilraum Neuffener Tal“. Der Verband Region Stuttgart hat dazu ein Förderprogramm für regionale Modellprojekte und Kooperationen im Bereich Wirtschafts- und Touristikförderung aufgelegt.

Vielerorts Zustimmung

Die Projektidee stieß bereits bei den Bürgermeistern von Frickenhausen, Beuren, Neuffen und Kohlberg auf große Zustimmung und ebenso im Bauausschuss während der Vorberatung. Neuffen hat zwar bereits die Flächen für Stellplätze erweitert, stimmt dem Projekt aber zu, wie Kohlbergs Bürgermeister Rainer Taigel berichtete. Beuren plant zusätzliche Stellplätze an der Therme und erwägt auch am Freilichtmuseum einige einzurichten. „Auch zu Kohlberg passt die Idee gut, weil der Gemeinderat die Verwaltung schon im Oktober 2016 um Prüfung der Möglichkeit gebeten hat“, sagt Bürgermeister Taigel. Zudem lasse Kohlberg in diesem Jahr von Studenten ein Tourismuskonzept ausarbeiten.

Ein Standort, drei Varianten

Die Unterensinger Landschaftsarchitektin Monika Unseld-Ei­sele stellte dem Gremium nach Prüfung des einzig möglichen Standorts drei Varianten für die naturnahe Gestaltung der Stellplätze nach den Förderkriterien vor, mit Strom-, aber ohne Wasseranschluss. Das Gremium entschied sich für längsseits aufgestellte Wohnmobile am oberen Rand des Platzes, der multifunktional bleiben und auch weiterhin für Veranstaltungen von Vereinen, Feuerwehr und Schule zur Verfügung stehen soll.

Außerdem wird bedacht, dass bei sich verändernder Situation mit erneut steigender Flüchtlingszahl hier die einzige Möglichkeit für den Bau einer Unterkunft wäre. Die war bereits für eine Erstunterbringungsmöglichkeit seitens des Landratsamts geplant. Der Bauantrag wurde aber zurückgezogen. Die Gemeinde selbst hat sich eindeutig für eine dezentrale Unterbringung entschieden.

Chance für den Tourismus

Notfalls müsste die Gemeinde bei entsprechender Notwenigkeit aus dem Projekt für Wohnmobilstellplätze aussteigen, wie Taigel erklärte. „Wir können nicht mit allen Eventualitäten rechnen. Das Projekt ist eine schöne Chance für den Tourismus“, so Gemeinderat Jürgen Maisch zum eindeutigen Ja für Wohnmobile am Jusi.

„Wir müssen uns bewusst sein, dass wir die Stellplätze notfalls wieder stilllegen müssen, ansonsten ist der Standort ideal“, erklärte Joachim Bloehs. „Das ist ein guter Beitrag zum Biosphärengebiet“, findet Stefan Ade. „Wir können uns mit günstigen Mitteln den anderen Gemeinden anschließen“, betonte Ulrich Immler.

Die Gemeinde Kohlberg wird nach dieser Entscheidung einen Antrag auf Fördermittel für das Projekt stellen und einen entsprechenden Betrag im Haushalt 2018 einplanen.

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