Zwischen Neckar und Alb

Hartnäckige Pionierinnen mit Herzblut

Jubiläum Die Hospizbewegung in Esslingen ist seit 25 Jahren aktiv. Einst war großer Widerstand zu überwinden.

Susanne Kränzle im Gespräch mit Ursula Roller, Erika Dionisius und Annette Jetter-Laub (von links).Foto: pr
Susanne Kränzle im Gespräch mit Ursula Roller, Erika Dionisius und Annette Jetter-Laub (von links).Foto: pr

Esslingen. Rund 150 ehemalige und aktuelle ehrenamtlich und hauptamtlich im Hospizdienst Engagierte, Förderer und Wegbegleiter hatten sich im Gemeindehaus am Blarerplatz in Esslingen eingefunden. Gemeinsam feierten sie, dass die Hospizarbeit in Esslingen heute einen festen Platz in der Stadt hat.

Susanne Kränzle, die Leiterin des Hospiz, erinnerte an die „unglaubliche Aufbauarbeit“, die vor allem Frauen in den ersten Jahren geleistet und dabei „Herzblut, Zeit und Hartnäckigkeit“ investiert hätten. Auch wenn es seit gut drei Jahren ein stationäres Hospiz in Esslingen gebe, bleibe die ambulante Hospizarbeit die Kernaufgabe, sagte Kränzle. „Das stationäre Hospiz konnte sich nur so rasch etablieren, weil Hospiz in Esslingen schon eine Marke war“, ist sie überzeugt.

Was die Frauen der ersten Stunde motivierte, beschrieben Ursula Roller und Erika Dionisius. „Ich wollte, dass sich im Umgang mit Sterben und Tod etwas ändert“, sagte Roller, die nach Erfahrungen in Stuttgart den Anstoß gab, in Esslingen eine eigenständige Hospizarbeit zu etablieren. Annette Jetter-Laub, die heute den ambulanten Bereich des Hospiz leitet, berichtete von 56 Frauen und acht Männern, die sich aktuell ehrenamtlich engagierten und jährlich rund 140 Sterbende begleiteten. Sie betonte aber auch: „Die ambulante Arbeit braucht weiterhin viel Unterstützung und entsprechende Strukturen, um Menschen gut ambulant begleiten zu können.“

Antrieb damals sei die Empörung darüber gewesen, wie in Deutschland in den 70er-Jahren gestorben wurde. „Damals war die Medizin begeistert von sich selbst, Sterben war peinlich und galt als Betriebsunfall“, erinnerte Heller. Damit sei die im Grundgesetz festgeschriebene unantastbare Menschenwürde im Sterben angetastet worden. Für Heller ist die Hospizidee die „moderne Konkretisierung der Nächstenliebe“. Hospizdienste sorgten für die Resozialisierung der Sterbenden in die Gesellschaft. Die Überzeugung der Hospizarbeit sei, dass die Sorge umeinander die Gesellschaft zusammenhält. „Gerade deshalb braucht es das Ehrenamt so dringend.“ pm

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