Zwischen Neckar und Alb

Heirich soll Vorsitzender werden

Der Verkehrsverein Teck-Neuffen will sich neue Strukturen geben und künftig projektorientiert arbeiten

Projektorientiert und mit neuen Strukturen will der Verkehrs­verein Teck-Neuffen künftig für die vielen attraktiven Ziele in der Region werben. Neuer Vorsitzender soll der ­Nürtinger Oberbürgermeister Otmar ­Heirich werden.

Heirich soll Vorsitzender werden
Heirich soll Vorsitzender werden

Beuren. Vor 89 Jahren bereits wurde der Verkehrsverein Teck-Neuffen gegründet. Schon damals, so die Kirchheimer Stadt-Chefin und derzeitige Verkehrsvereins-Vorsitzende Angelika Matt-Heidecker, habe man den Wert von Tourismus und eines diesen fördernden Verbunds erkannt. In den letzten Jahren aber war der Verkehrsverein in die Sinnkrise geraten. Zuerst fühlten sich die Nürtinger unterrepräsentiert und dachten über einen Austritt nach. Zudem waren viele neue Verbünde wie Stuttgart Regio Marketing, Biosphärengebiet und Streuobstparadies gegründet worden, die die Region bewerben. „Wo ist die Berechtigung des Verkehrsvereins? Und wo gibt es Doppelstrukturen?“, formulierte Matt-Heidecker die Gretchenfrage(n) zur Zukunft des Vereins.

Auch die Entwicklung der Mitgliederzahlen zeigt die Relevanz dieser Fragen. Vor vier Jahren hatte der Verein 161 Mitglieder, jetzt sind es nur noch 149. Das Problem liegt (noch) nicht bei den Gemeinden. Private Mitglieder aber, zum Beispiel aus Hotellerie und Gastronomie, haben dem alten Zusammenschluss den Rücken zugekehrt.

Deshalb hat man sich schon vor einiger Zeit Gedanken über neue Strukturen gemacht. Für einen hauptamtlichen Geschäftsführer war zu wenig Geld in der Kasse. Eine Auflösung aber sahen ebenfalls viele kritisch. So hatte man sich im letzten Jahr schon dafür entschieden, in Zukunft projektorientierter zu arbeiten. Die herkömmlichen Vorstandsstrukturen mit Geschäftsstellen sollen beibehalten werden, künftig soll aber eine Mitgliedsgemeinde jeweils für ein auf ein Jahr befristetes Projekt „den Hut auf haben“.

Das hat man zwar noch nicht in offizielle Satzungsänderungen gegossen. Auch am Montag verwies man auf eine weitere Sitzung, die zum Jahreswechsel stattfinden soll. In der Praxis hat man diese Projektorientierung aber schon einmal umgesetzt. Kirchheim machte den Anfang. Die Wanderwochen am Albtrauf waren das Projekt für 2015. Über den Erfolg berichtete Heike Büttner von der Kirchheimer Geschäftsstelle des Vereins.

Über 60 Wanderungen wurden mit verschiedenen Partnern in den verschiedenen Gemeinden angeboten. Genaue Zahlen gibt’s bislang nur für Kirchheim. Hier kamen, so Büttner, zwischen fünf und 200 Wanderer. Der untere Ausschlag der Skala sei dem Regen geschuldet gewesen.

Bei einer Befragung bekundeten beinahe alle, die an Wanderungen und Befragung dazu teilnahmen, dass sie diese Veranstaltung weiterempfehlen und wieder an einer solchen teilnehmen würden. Ähnlich sah’s bei den Projektpartnern aus. Und noch zwei Erkenntnisse: Knapp über die Hälfte der Teilnehmer kam aus dem Landkreis Esslingen, und über ein Drittel erfuhr aus den lokalen Tageszeitungen von den Veranstaltungen. Also: Der Binnentourismus ist wichtig.

In den nächsten Jahren sollen weitere Jahresprojekte folgen. Mit denen will man auch dem angehäuften Vereinsvermögen von 91 000 Euro zu Leibe rücken. 15 000 Euro will man nämlich pro Jahr für Umsetzung und Bewerbung des Jahresthemas ausgeben. 2016 setzt sich dann Wendlingen mit „Kultur an besonderen Orten“ den Hut auf, 2017 sollen die Nürtinger das Thema „Aufstiege“ beackern. Natürlich immer unter der Mithilfe möglichst vieler Mitgliedsgemeinden. Die Vielfalt gelte es zu unterstreichen, so die Kirchheimer Oberbürgermeisterin: „Die neue Struktur macht uns schlagkräftiger.“

All das soll die erneuerte Homepage des Vereins, die unter www.albtrauf.de zu erreichen ist, transportieren. Dies zeigte Jasmin Kühnle von der Nürtinger Vereins-Geschäftsstelle auf.

Der neue Vorsitzende konnte noch nicht gewählt werden. Das soll zusammen mit dem Festklopfen der neuen Konzeption in der nächsten Sitzung folgen. Angelika Matt-Heidecker unterstrich nämlich, dass es wieder einmal Zeit für einen neuen Kopf an der Spitze wäre. Sinnvoll wäre es, wenn das Amt wieder einmal nach Nürtingen ginge.

Otmar Heirich, der Oberbürgermeister der Hölderlinstadt, sei dem nicht abgeneigt. Er müsse aber jetzt erst einmal den Gemeinderat fragen, schließlich habe das Gremium ja über einen Austritt der Stadt nachgedacht. So lange bleibt alles beim Alten: Angelika Matt-Heidecker wird das Amt kommissarisch weiter bekleiden.

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