Zwischen Neckar und Alb

Heller wieder ganz in Familienbesitz

Beteiligungsgesellschaft BWK verkauft ihren 36-Prozent-Anteil zurück an die Familie

Die Maschinenfabrik Heller ist wieder ein reines Familienunternehmen. Nach mehr als 20 Jahren hat die Eigentümerfamilie 36 Prozent zurückgekauft.

Der Heller-Stammsitz in Nürtingen. Archiv-Foto: Jürgen Holzwarth
Der Heller-Stammsitz in Nürtingen. Archiv-Foto: Jürgen Holzwarth

Nürtingen. Die BWK mit Sitz in Stuttgart war 1995 bei dem Nürtinger Maschinenbauer eingestiegen. Es sei von Anfang an klar gewesen, dass es sich dabei um ein zeitlich begrenztes Engagement handelt, sagt Klaus Winkler, Vorsitzender der Heller-Geschäftsführung. Über 20 Jahre seien eine ungewöhnlich lange Zeit für eine solche Beteiligung. Fünf bis zehn Jahre seien damals beabsichtigt gewesen. Dass es jetzt doch länger geworden ist, zeige, dass die Partnerschaft immer gut funktioniert habe.

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„Für die BWK ist Heller die älteste Beteiligung“, so Winkler: „Jetzt ist ein geeigneter Zeitpunkt für den Ausstieg, der zu unseren Plänen passt. Wir wussten, dass dies ein endliches Engagement ist und haben uns da­rauf vorbereitet.“ Es sei 1995 schon das Ziel gewesen, später wieder alle Gesellschaftsanteile zusammenzuführen. Über den Wert der 36-Prozent-Beteiligung macht Winkler keine Angaben.

Eingegangen worden sei das finanzielle Engagement der BWK, weil damals zwei wesentliche Investitionen getätigt worden seien: Der Bau der Werke in Troy/Michigan in den USA und in Redditch in England. „Das wollte Heller nicht mit Bankschulden machen, sondern mit Eigenkapital“, so Winkler.

Die BWK wurde 1990 gegründet und bezeichnet sich selbst als eine der größten deutschen Kapitalbeteiligungsgesellschaften. Sie verfügt nach eigenen Angaben über rund 300 Millionen Euro an Investitionsmitteln und ist momentan mit rund 150 Millionen Euro an 14 Unternehmen beteiligt. Größter Anteilseigner an der BWK ist die Landesbank Baden-Württemberg mit 40 Prozent.

Die Gesellschafteranteile von Heller sind damit wieder komplett im Besitz der Familie. Namentlich sind dies die Vertreter der dritten Unternehmergeneration, die Anfang der 1960er-Jahre die Verantwortung bei Heller übernommen hat: die Brüder Berndt und Hubert Heller sowie deren Schwester Birgit Schwencke und aus der vierten Generation Marc Heller, Nicole Pfleiderer, Steffen Schwencke und Jochen Schwencke.

Der Rückkauf der Anteile von der BWK sei auch ein klares Bekenntnis der Unternehmerfamilien, Heller auch in der vierten Generation selbstständig weiterführen zu wollen, so Winkler. Die aktuelle Geschäftsentwicklung sei gut. Mit dem Umsatz liege man in der ersten Hälfte des Jahres leicht über dem im ersten Halbjahr 2015. Der Auftragseingang betrage aktuell 55 Prozent dessen, was man sich für 2016 vorgenommen habe: „Wir liegen völlig im Plan.“ Vergangenes Jahr hatte Heller einen Umsatz von knapp 556 Millionen Euro gemacht.