Zwischen Neckar und Alb

Hölderlinhaus: Gemeinderat gibt grünes Licht für Sanierung

Umbau Neben Räumen für die Nürtinger Volkshochschule ist auch eine Gedenkstätte für Friedrich Hölderlin geplant.

Nürtingen. Für Oberbürgermeister Heirich ist es ein „ermutigendes Zeichen“. Einstimmig folgte der Gemeinderat der Ausschussempfehlung und setzte das Sanierungsprojekt Hölderlinhaus neu aufs Gleis. Als nächster Schritt ist vorgesehen, die Aufgabenstellung für die noch zu beauftragenden Architekturbüros zu präzisieren.

Erst war es ein VHS-Neubau, der anstelle des Hölderlinhauses entstehen sollte. Die in mehreren Gebäuden in der Stadt untergebrachte Volkshochschule sollte in einem Bildungszentrum zusammengefasst werden. So die Planung vor zehn Jahren. Doch den Nürtingern war der Baukörper zu massiv. Widerstand formierte sich in der Bevölkerung. Der geplante Abriss wurde gestoppt und eine Denkpause eingelegt.

Als die Sanierung des Hauses schließlich vom Gemeinderat „eingetütet“ war, sprach sich der Verein Hölderlin gegen die vorgesehene Aufstockung des Hauses aus. So verging Jahr um Jahr. Und als dann auch die finanzielle Lage der Stadt die Investitionen massiv eingrenzte, wurde das Projekt erneut auf Eis gelegt. Der Sperrvermerk für die Planungsrate in Höhe von 200 000 Euro im Haushaltsplan wurde jetzt aufgehoben. Von der Gebäudewirtschaft (GWN) wird die Aufgabenstellung für die Mehrfachbeauftragung - drei Architekturbüros will die GWN einschalten - vorbereitet. Im Herbst soll die Mehrfachbeauftragung europaweit ausgeschrieben werden. Die Planer müssen bis Sommer 2018 erste Entwürfe präsentieren. Läuft das Verfahren nach Plan, könnte das Büro mit dem gefälligsten Entwurf in circa einem Jahr mit der Detailplanung beauftragt werden. 2019 könnte die Sanierung des Hölderlinhauses starten. Geplant sind bekanntlich nicht nur Räume für die Volkshochschule, sondern auch eine Gedenkstätte für den Sohn der Stadt, der im heutigen Altstadtquartier seine Kindheit verbrachte. Zur Geburtstagsfeier - der 250. Geburtstag des großen Dichters ist am 20. März 2020 - können die Nürtinger noch nicht ins renovierte Hölderlinhaus einladen. Da dürfte es allenfalls ein „Baustellenfest“ geben.

Welche Fördertöpfe des Landes für das Sanierungsprojekt angezapft werden sollen, zeigte Oberbürgermeister Heirich in der Sitzung nochmals auf. Den Hinweis, die Fördermöglichkeiten durch das Land für die Sanierung des Hölderlinhauses auszuloten, hatte die CDU-Fraktion schon im Rahmen der Haushaltsplanberatungen gegeben.

Bleibt zu hoffen, dass dieser neue Anlauf für das Projekt Hölderlinhaus nicht erneut durch ein „Störfeuer“ gestoppt wird und die Beauftragung wie geplant über die Bühne gehen kann.Anneliese Lieb

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