Zwischen Neckar und Alb

„Ich wollte kein 08/15-Ding“

Handwerk Angehende Schreiner der Innung Esslingen-Nürtingen arbeiten derzeit an ihren Gesellenstücken.

Michelle Wiedhölzl arbeitet an ihrem Gesellenstück: Jetzt ist Halbzeit.Foto: Peter Dietrich
Michelle Wiedhölzl arbeitet an ihrem Gesellenstück: Jetzt ist Halbzeit. Foto: Peter Dietrich

Nürtingen. Einfach einen Stuhl fertigen? Das wäre Michelle Wiedhölzl aus Altdorf viel zu langweilig gewesen. „Ich wollte kein 08/15-Ding.“ Sie ist eine von insgesamt 24 Prüflingen der Schreiner-Innung Esslingen-Nürtingen, die derzeit an ihren Gesellenstücken arbeiten. Ihre Lehre macht sie bei der Firma Höss Design in Neckartenzlingen. Sie arbeitet an dem Projekt „L-smart“, und das heißt so, weil das Element in L-Form unglaublich vielseitig verwendbar ist. Dank Carbon und Glaslaminat ist es auch extrem langlebig.

Doch bis sie sich entschieden hat, was ihr Gesellenstück werden soll, hat sie einige Skizzen gezeichnet - zum Beispiel von einem TV-Möbel und einem Sideboard. Jedoch fand sie eine Sitzgelegenheit am besten, aber eine mit ganz vielen Funktionen und passend für ihre kleine Wohnung. Heraus kam das „L-smart“.

Die Beine des Projektes lassen sich verstellen, dadurch wechselt das L, das Sitzfläche und Rückenlehne bildet, seinen Winkel. Das L lässt sich drehen und als Tisch verwenden, und zudem kann man es auch an eine Wand hängen.

Der Weg in die Schreinerei lag für Michelle Wiedhölzl nahe: „Meine ganze Familie besteht aus Handwerkern“, sagt sie. „Ich habe immer meinem Vater, der Zimmermeister ist, geholfen.“ Mutter und Schwester widmeten sich feineren Arbeiten, beide als Zahntechnikerinnen. Bei ihr kam dann in etwa der Mittelweg heraus.Peter Dietrich

Die Gesellenstücke sind am Sonntag, 26. Juli, von 10 bis 16 Uhr in der Philipp-Matthäus-Hahn-Schule in Nürtingen ausgestellt. Ab 27. Juli sind sie auch auf www.schreiner-es-nt.de zu sehen.

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