Zwischen Neckar und Alb

IG Metall feiert

Gewerkschaft wird 125 Jahre alt – Ortsvorstand blickt auf Geschichte zurück

Die IG Metall blickt auf eine 125 Jahre lange Geschichte zurück. Der Stolz auf Tradition verbindet sich mit dem Bewusstsein für neue Herausforderungen.

Der IGM-Ortsvorstand (von links): Mario Taccogna, Günter Hornung, Karl-Heinz Greth, Gerhard Wick und Jürgen Groß. Es fehlt Monik
Der IGM-Ortsvorstand (von links): Mario Taccogna, Günter Hornung, Karl-Heinz Greth, Gerhard Wick und Jürgen Groß. Es fehlt Monika Heim.Foto: Roberto Bulgrin

Esslingen. Die IG Metall Esslingen, die für 140 Betriebe im Landkreis zuständig ist, feiert das Jubiläum am Dienstag mit Delegierten, Vertrauensleuten und geladenen Gästen in der Dieselstraße. Im Vorfeld hat der Ortsvorstand, der vor Kurzem gewählt worden ist, ein umfangreiches Arbeitsprogramm beschlossen. „Die Arbeitswelt befindet sich in einem radikalen Umbruch, auf den wir auch heute kollektiv reagieren müssen“, sagt Gerhard Wick, der auf der jüngsten Delegiertenversammlung für weitere vier Jahre als Erster Bevollmächtigter bestätigt worden ist.

100 der 140 Betriebe, die es kreisweit in der Branche der IG Metall gibt, bekennen sich zum Tarifvertrag. „Weil sich viele Unternehmen schwertun, Fachpersonal zu finden, steigt auch auf dieser Seite das Interesse an der Bindung“, sagt Wick. Gleichzeitig beobachtet er aber Bestrebungen, mit Werkverträgen und anderen Instrumenten die Tarifverträge zu umgehen. Der Gesetzgeber, so kritisiert er, reagiere auf solche Tendenzen leider mit zu großer Zurückhaltung. Die Branche selbst sieht Wick im Kreis Esslingen in guter Verfassung. Wenn einige wenige Betriebe mit dem Geschäftsjahr unzufrieden sind, liege das in aller Regel an überzogenen Erwartungen an Umsatz und Gewinn.

Im Vordergrund steht für die IG Metall der Einsatz für gute Arbeitsbedingungen in Betrieben. „Dabei konzentrieren wir uns auf die Firmen, in denen wir Mitglieder haben“, sagt Jürgen Groß, der als Zweiter Bevollmächtigter ebenfalls bestätigt worden ist. Doch die Gewerkschaft blickt auch über den Tellerrand hinaus. Sie schaltet sich in die Auseinandersetzung über die Rentenpolitik ein, wirbt für ein einiges Europa, wehrt sich mit der Aktion Respekt gegen Rassismus und gibt in Ägypten mit einer Werkstatt wichtige Impulse für die Berufsausbildung junger Menschen.

Für den erfolgreichen Weg in die Zukunft braucht die IG Metall eine starke Basis. Zuletzt ist die Mitgliederzahl um fast 400 auf 15 000 gesunken. Wick mag trotzdem nicht von einem negativen Trend sprechen. Er verweist auf Fortschritte in der Werbung um die junge Generation und um Angestellte. In diesen Zielgruppen wächst – so glaubt Wick, feststellen zu können – das Bewusstsein für den hohen Stellenwert, den Gewerkschaften und Tarifverträge besitzen.

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