Zwischen Neckar und Alb

Im Notfall muss alles harmonieren

Testlauf Die Esslinger Feuerwehr und Verwaltungsstäbe üben zum ersten Mal gemeinsam den Katastrophenfall.

Die Beteiligten der Übung haben alle Hände voll zu tun.Foto: Krytzner
Die Beteiligten der Übung haben alle Hände voll zu tun. Foto: Krytzner

Esslingen. An wen wendet man sich im Notfall, wenn während eines Hangrutsches plötzlich Verwandte oder Bekannte vermisst werden? Und wie wird die Bevölkerung bei größeren Ereignissen informiert? Genau diese Fragen übten und beantworteten die Verantwortlichen der Feuerwehr Esslingen gemeinsam mit den Mitarbeitern von dreizehn Verwaltungsstäben der Stadt Esslingen.

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Es war die erste Übung in dieser Größenordnung. Folgende Szenarien wurden angenommen: In Richtung Mettingen war es zu einem Hangrutsch gekommen, dabei wurde die Verbindungsstraße verschüttet und Personen gelten als vermisst. Eine andere Katastrophenmeldung kam von der Schorndorfer Straße in Esslingen. Dort war die Straße rund 15 Zentimeter überflutet und ein Stromausfall sorgte für zusätzliche Sorgen bei der Bevölkerung. Und als wären das nicht schon genug Notfälle, wurde die Integrierte Leitstelle über eine Überschwemmung im Stadtteil Sirnau alarmiert. Dort konnte das Wasser durch vorhandene Pumpen nicht mehr abgesaugt werden. Während die Feuerwehrkräfte bereits die verschiedenen Einsätze koordinierten, wurden auch die Verwaltungsstäbe entsprechend eingebunden. Mitarbeiter aus den Abteilungen Landwirtschaft, Straßenbauamt, Schul- und Sozialwesen sowie des Technik- und Umweltamtes beteiligten sich an der Übung.

Wenn solche Schadensereignisse eintreffen, häufen sich schlagartig die Anrufe besorgte Bürger bei den Hilfsorganisationen und bei der Stadt. Ebenso ist die Presse umgehend vor Ort und will Informationen über die Katastrophen und den Ablauf der Einsätze. Dazu hatte die Feuerwehr Esslingen zwei Vertreter der Süddeutschen Mediengesellschaft eingeladen, damit diese Szenarien realitätsnah geübt werden konnten. Aber auch die anderen Verwaltungsstäbe waren gefordert. Steffen Besemer präzisiert: „Wenn wir einen Bagger brauchen, um einen Rettungsweg zu planieren, dann muss dieser von der Stadt schnellstens besorgt werden, egal wie.“ Ebenso simulierten die Feuerwehrkräfte Anrufe von besorgten Bürgern, die zum Teil ihre Kinder vermissten oder wissen wollten, was los ist. Dazu musste durch die Stadtverwaltung ein Bürgertelefon eingerichtet werden. Nach rund zwei Stunden war die Übung beendet, und es gibt einige Punkte, die verbessert werden müssen.

Bürgermeister Wilfried Wallbrecht, der ebenfalls an der Übung teilnahm, konstatierte abschließend: „Einige Dinge haben sehr gut funktioniert, aber wir haben auch die vorhandenen Schwierigkeiten erkannt.“ Thomas Krytzner

Zwölf Tonnen schwer und über elf Meter lang

Der Einsatzleitwagen (ELW 2) des Landkreises ist das Einsatzfahrzeug für die Führung bei größeren Einsätzen oder Katastrophen. Über ihn wird die gesamte Kommunikation an der Einsatzstelle abgewickelt. Außerdem können in dem Fahrzeug Besprechungen in einem eigenen Raum abgehalten werden. Der Einsatzleitwagen hat ein Leergewicht von insgesamt zwölf Tonnen. Das Fahrzeug ist 11,10 Meter lang und 2,48 Meter breit. Auf dem Dach sind elf Antennen und zwei Satellitenschüsseln verbaut. Ein eingebauter Generator garantiert die unabhängige Leistungsfähigkeit der mobilen Führungsstelle - auch über mehrere Tage. Außerdem kann das Fahrzeug über externe Einspeisungen betrieben werden Für den absoluten Notfall verfügt das Fahrzeug über eine unterbrechungsfreie Stromversorgung, die aus Batterien gespeist wird. lra