Zwischen Neckar und Alb

Im Rathaus dreht sich das Personalkarussell

Die Esslinger Verwaltung produziert seit Jahren mit überraschenden Personalwechseln immer wieder Schlagzeilen. Besorgte Bürger fürchten um das Erscheinungsbild der Stadt. Rathaussprecher Roland Karpentier spricht dagegen von einer hohen Trefferquote bei Personalentscheidungen. „Wir haben 24 Ämter und zehn Unternehmen, an denen wir beteiligt sind“, sagt er. Die Konflikte der jüngeren Vergangenheit seien kein Anlass, die Situation zu dramatisieren. Als Prob­lem nennt er die Tatsache, dass leitende Mitarbeiter in Städten wie Ostfildern, Kirchheim und Nürtingen genauso bezahlt werden wie ihre Esslinger Kollegen, die mehr Verantwortung zu tragen haben. Esslingen hat darauf zuletzt reagiert und mehrere Positionen besser dotiert. Wirtschaftsförderer Stephan Reichstein: Oberbürgermeister Zieger hat dem langjährigen Wirtschaftsförderer im Dezember 2014 fristlos gekündigt, nachdem dieser eine eigene Immobilienfirma gegründet hatte. Später einigten sich beide Parteien in einem außergerichtlichen Vergleich über die Details der Trennung. Kulturamtsleiterin Barbara Maria Schierl: Nach 100 Tagen hat Barbara Maria Schierl im Oktober 2012 ihre Arbeit als Kulturreferentin beendet. „Es passte nicht zusammen“, lautete damals die Sprachregelung im Rathaus. Schierl hatte die Position des erkrankten und später verstorbenen Peter Kastner übernommen. Kulturamtsleiterin Christine Mast: Im Oktober 2014 trennte sich die Stadt auch von Christine Mast, die Schierls Nachfolge angetreten hatte. Mast wurde beurlaubt, weil das Verhältnis zu den Mitarbeitern als zerrüttet galt. Hauptamtsleiter Stephan Baus: Dreieinhalb Monate hatte Baus das Haupt- und Personalamt geleitet, als er im November 2014 überraschend kündigte. Baus hatte als Hoffnungsträger in der Verwaltung gegolten. Ihn zog es zurück in die freie Wirtschaft. City-Managerin Manuela Deufel: Die frühere City-Managerin, die seit September 2013 für die Belange des Esslinger Einzelhandels zuständig war, kündigte im Sommer 2015. Auch sie zog es zurück in die Industrie. Finanzbürgermeister Bertram Schiebel: Der frühere Finanzbürgermeister hat 2014 am Ende seiner zweiten Amtszeit überraschend seinen Rückzug bekannt gegeben. Er hat mit 58  Jahren ein Studium der Geschichte begonnen. Schiebel hatte mit Kritik an der politischen Kultur die Spekulation über andere Motive genährt.do

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