Zwischen Neckar und Alb

Immer mehr brauchen Pflege

Studie Die Anzahl der Pflegebedürftigen im Kreis ist seit 2013 um ein Achtel gestiegen. Der Trend wird sich fortsetzen.

Kreis Esslingen. 2013 gab es im Landkreis Esslingen noch 12 947 pflegebedürftige Menschen. Zwei Jahre später ist die Zahl einer Erhebung des Statistischen Landesamts zufolge um 1 670 Menschen gestiegen. Das ist ein Anstieg von 13 Prozent. „Die Zahl wird auch weiter zunehmen“, sagt Johannes Bauernfeind, Geschäftsführer der AOK Neckar-Fils - bis 2030 bundesweit um ein Drittel.

Im Landkreis wird derzeit ein Viertel der Pflegebedürftigen in Pflegeeinrichtungen betreut. Rund drei Viertel hingegen wird zu Hause gepflegt, was ohne Familienangehörige nicht möglich wäre. Fast die Hälfte der Pflegebedürftigen wird ausschließlich von Angehörigen oder anderen nahestehenden Personen gepflegt. „Was in der Pflege von den Familien geleistet wird, ist enorm“, sagt Bauernfeind. „Pflege ist fester Bestandteil im Alltag vieler Menschen.“ Bereits jetzt habe fast jeder Dritte in Baden-Württemberg eigene Pflegeerfahrung. Dies ist das Ergebnis einer Forsa-Umfrage im Auftrag der AOK.

Die Gesetze der vergangenen Jahre haben bereits wesentliche Verbesserungen für Angehörige gebracht. Doch der Anteil der von Angehörigen gepflegten Menschen wird auf längere Sicht abnehmen, prognostiziert Bauernfeind. Damit verschärft sich die Nachfrage nach qualifizierten Pflegekräften. In Zukunft müsse für immer mehr Bedürftige auch genügend Personal vorhanden sei. Gerade vor diesem Hintergrund plädiert Bauernfeind dafür, dass die zurzeit stockende Reform der Pflegeausbildung zu einem Ergebnis kommt, das die Pflegeberufe attraktiver macht. pm

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