Zwischen Neckar und Alb

In Haft wegen versuchten Totschlags

Gericht Zwei Männer sollen Flüchtlinge brutal attackiert haben. Nun sitzen die beiden Esslinger im Gefängnis.

Gericht
Symbolbild

Esslingen. Die Polizei hat zwei 17 und 23 Jahre alte Männer deutscher und mazedonischer Staatsangehörigkeit festgenommen. Sie sollen in der Nacht vom 11. auf den 12. Mai nicht nur an einem Angriff auf irakische Flüchtlinge im Esslinger Merkelpark maßgeblich beteiligt gewesen sein, sondern auch wenige Stunden später an einem Überfall auf die Gemeinschaftsunterkunft in der Fleischmannstraße teilgenommen haben. Ihnen wird versuchter Totschlag vorgeworfen.

Sie haben keinen Ausländerhass

Wie die Staatsanwaltschaft Stuttgart und das Polizeipräsidium Reutlingen gemeinsam mitgeteilt haben, gelang es nach zeit- und personalintensiven Ermittlungen, zehn Tatverdächtige zu identifizieren, unter anderem auch die beiden jungen Männer. Letztere befinden sich mittlerweile in Untersuchungshaft. Den bisherigen Ermittlungen zufolge hat das Tatmotiv keinen fremdenfeindlichen Hintergrund, sondern dürfte im persönlichen Bereich liegen, heißt es in der Mitteilung von Polizei und Staatsanwaltschaft.

Mehrere Jugendliche, Heranwachsende und junge Erwachsene hatten am späten Abend des 11. Mai gegen 23.15 Uhr drei Iraker, die auf einer Bank im Merkelpark saßen, angegriffen. Offenbar ohne Vorwarnung, hieß es damals im Polizeibericht. Zusammen sollen sie auf ihre Opfer eingeschlagen und sie dabei erheblich verletzt haben. Die Täter hatten auch dann noch auf ihre Opfer eingetreten, als jene bereits am Boden lagen.

Nur wenige Stunden später waren dann etwa 20 Personen in das Gelände der Flüchtlingsunterkunft in der Fleischmannstraße eingedrungen, hatten mit Eisenstangen und Ketten gegen die Rollläden und Hauswände geschlagen und die Bewohner lautstark dazu aufgefordert, herauszukommen. Laut Polizeibericht hatte der Sicherheitsdienst vor Ort die Beamten alarmiert. Verletzt wurde keiner, doch die Angreifer hatten bereits die Flucht ergriffen, als die erste Polizeistreife eintraf. An den Gebäuden hatten die Randalierer einen Schaden von rund 500 Euro hinterlassen.

Es wird weiter ermittelt

Nachdem die Staatsanwaltschaft Stuttgart Haftbefehle gegen die beiden Haupttatverdächtigen sowie Durchsuchungsbeschlüsse für die Wohnungen weiterer Beschuldigter erwirkt hatte, wurden die beiden vergangene Woche festgenommen und dem Haftrichter vorgeführt. Der erließ die Haftbefehle und setzte sie in Vollzug. Mehr konnte die Staatsanwaltschaft Stuttgart bisher nicht mitteilen. Die Ermittlungen dauern noch an, so der Pressesprecher Heiner Römhild.Claudia Bitzer

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