Zwischen Neckar und Alb

Jetzt kommt der Spaß zurück

Ferien Der Kreisjugendring Esslingen (KJR) hat alle Hebel in Bewegung gesetzt, um Kindern und Jugendlichen auch unter Corona-Auflagen ein abwechslungsreiches Ferienprogramm bieten zu können. Von Matthäus Klemke

Wie beim vergangenen Ferienprogramm des KJR – hier in Ostfildern – möchte man den Kindern im Landkreis auch in diesem Jahr wiede
Wie beim vergangenen Ferienprogramm des KJR – hier in Ostfildern – möchte man den Kindern im Landkreis auch in diesem Jahr wieder einiges bieten. Foto: pr

Insgesamt sind 538 Tagesangebote mit 7362 Teilnehmerplätzen und 62 Wochenangebote mit 2284 Teilnehmerplätzen im gesamten Landkreis zustande gekommen. „Gerade Kinder und Jugendliche haben eine schwierige Phase im Leben erlebt, in denen ihnen jegliche Spaßaktivitäten versagt blieben“, sagt Ralph Riek, pädagogischer Geschäftsführer des KJR. Nun möchte man ihnen den Spaß zurückbringen.

Kein einfaches Unterfangen, angesichts der erschwerten Rahmenbedingungen durch Corona. Dabei sei es gerade jetzt wichtiger denn je, Familien zu entlasten und Kindern und Jugendlichen nach der Zeit der Beschränkungen erlebnisreiche Ferien zu bereiten. „Seit März befinden wir uns in einer extrem herausfordernden Situation“, sagt KJR-Vorsitzender Michael Medla: „Bedürfnisse sind lange Zeit viel zu kurz gekommen.“

Bis Mitte Juni sei es unsicher gewesen, ob ein Ferienprogramm überhaupt möglich sein würde. Dennoch habe man schon früh Überlegungen angestellt, wie ein solches aussehen könnte. „Die große Herausforderung war, die Vorgaben umzusetzen“, sagt Ralph Riek. Die im Juli in Kraft getretene Corona-Verordnung für Kinder- und Jugendarbeit bot dann einen neuen Rahmen. Binnen kürzester Zeit wurden Programme neu ge- plant, Hygienekonzepte entwickelt und Mitarbeiter geschult. So werden die unter anderem in „Präventions- und Ausbruchsmanagement“ unterrichtet. „So jemand muss dabei sein, wenn man klassische Ferienfreizeiten mit Übernachtung unternehmen will“, betont Riek. Am Ende hatte man eine Reihe „unkonventioneller Angebote in schwierigen Zeiten“ erarbeitet, wie Riek es nennt. Auf die ganz großen Ausflüge verzichtet man dabei in diesem Jahr und konzentriert sich stattdessen auf Unternehmungen vor Ort.

Wie so etwas aussehen kann, erklärt Magdalena Kugler vom Jugendhaus „Cube“ in Altbach: „In der ersten Ferienwoche haben wir ein Programm mit „Escape Room“, einem „Duell um die Welt“ und einer Grillfeier.“ Vom 24. August bis zum 11. September sind dann die Kleinen dran. Für Grundschulkinder wird ein ganztägiges Programm angeboten. Dabei hat jede Woche ihr eigenes Motto: „Gestartet wird mit einer Kreativ-Woche mit Mosaik und Batiken. Bei der Detektiv-Woche gehen die Kinder auf Spurensuche und in der Natur-Woche bauen wir eigene Insektenhotels und machen einen Wald-Tag“, sagt Kugler. „Die Überlegung war, was wir vor Ort machen können.“ Dass die Anzahl der Kinder auf 20 pro Tag beschränkt ist, sei kein Problem: „Wir sind ohnehin ein kleines Jugendhaus und könnten nicht mehr aufnehmen.“

Manche Highlights entfallen

Im Neuffener Tal haben sich die Kinder- und Jugendeinrichtungen in Frickenhausen, Beuren und Neuffen zusammengetan, um ein Sommerferienprogramm auf die Beine zu stellen. „Wir haben bei den jungen Leuten nachgefragt, auf was sie Lust hätten“, sagt David Homola vom Jugendhaus in Neuffen. Von einer gruselig-spannenden Nachtwanderung bis hin zu einer wilden Wasserschlacht ist einiges dabei. „Auch ein Tag im Schwimmbad und eine Wanderung zum Hohenneuffen werden wir machen“, so Homola. Dennoch muss man in diesem Jahr leider auf gewisse „Höhepunkte“, wie Homola sagt, verzichten: „Die Rafting Tour auf dem Neckar war immer ein Highlight. Aber da sitzt man im Boot einfach zu nah beieinander.“ Auch die beliebte Übernachtung im Jugendhaus Neuffen wird es in diesem Jahr nicht geben.

Der Nachfrage hat das aber keinen Abbruch getan: „Wir haben 500 Prozent mehr Anfragen als Plätze frei“, sagt Homola. Was nicht heißen soll, dass bei den Anmeldungen nichts mehr geht: „Wo es keine freien Plätze mehr gibt, versuchen wir, Alternativen anzubieten“, sagt KJR-Geschäftsführer Riek. So wird derzeit im Neuffener Tal geschaut, ob man zusätzliche Angebote in den Herbstferien organisieren kann.

Auf das, was man in diesem Jahr noch organisieren konnte, ist man beim KJR stolz: „Lange Zeit haben wir uns über die fehlende Planungssicherheit beklagt. Aber mit dem Rahmen jetzt können wir zufrieden sein“, sagt Michael Medla: „Mit dem Ferienprogramm zeigen wir, dass wir verantwortungsvoll mit der Situation umgehen.“

 

Weitere Infos zum Ferienprogramm des KJR bekommt man unter der Nummer 01 79/2 43 21 81 oder über eine E-Mail an katrin.swoboda@kjr-esslingen.de.

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