Zwischen Neckar und Alb

Jetzt regnet es Kalk vom Himmel

Ökologie Um übersäuerte Waldböden zu verbessern, fliegen ab Juli Hubschrauber mit Kalkbomben über den Schurwald.

Region. Um die Fruchtbarkeit der Waldböden zu erhalten und die Waldbäume klimastabiler zu machen, beginnt das Kreisforstamt Esslingen am 1. Juli mit Kalkungsmaßnahmen im Wald. Damit startet die erste Phase eines längerfristig angelegten Kalkungskonzeptes der Landesforstverwaltung zum Schutz der Waldböden. Per Helikopter wird im Schurwald eine Fläche von rund 500 Hektar Staatswald gekalkt. Die Maßnahme dauert - je nach Witterungsverlauf - rund drei Wochen. Während der Aktion ist der Wald gesperrt. Gekalkt wird der Staatswald rund um die Kommunen Aichwald und Baltmannsweiler. Weitere Abschnitte im Landkreis folgen in den nächsten Jahren. Die Bodenschutzkalkung wird von der Europäischen Union gefördert.

Bodenversauerung ist nach Angaben des Forstamtes immer noch ein aktuelles Thema. Zwar sei Säure dank der Luftreinhaltemaßnahmen reduziert worden, jedoch bleibe die Bildung von Stickstoffverbindungen weiterhin hoch und belaste die Waldökosysteme. „Zudem ist eine Säurealtlast aus den 70er- und 80er-Jahren in den Waldböden zurückgeblieben“, erläutert Forstamtsleiter Anton Watzek. Erklärtes Ziel ist es, mit Kalk die Bodenversauerung abzumildern und die Regeneration der Böden zu unterstützen. Die Kalkung ist Teil der Strategie zum Nachhaltigkeitsmanagement der Landesforstverwaltung. „Die bundesweite Bodenzustandserhebung hat gezeigt, dass eine gezielte Kalkung die Situation hinsichtlich pH-Wert, Basensättigung und Kohlenstoffspeicherung deutlich verbessert“, erläutert das Forstamt. Auch die Vielfalt und Häufigkeit von Bodenlebewesen verbessere sich dadurch nachweislich.

Gekalkt werden nur Flächen, die durch menschlichen Einfluss versauert sind. Von Natur aus saure Böden stehen nicht im Fokus. Die aktuell zu kalkenden Gebiete liegen rund um Schanbach, Krummhardt, Hohengehren und Baltmannsweiler. Sie sind bereits gesperrt und bleiben es auch bis zum Ende der Aktion. Der Grund: Der Kalkstaub kann im Streukübel des Helikopters auch einmal zu einem Klumpen verbacken und dann zu Verletzungen führen. „Waldbesucher müssen die Sperrhinweise deshalb unbedingt beachten“, erklärt das Forstamt. pm

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