Zwischen Neckar und Alb

Jugend für Demokratie begeistern

Engagement Akteure in der Jugendarbeit informieren sich über Demokratieförderung in digitalen Zeiten.

Kreis. Das Kreisjugendreferat hat unter dem Titel „Digitale - Demokratische - Junge Lebenswelten“ einen digitalen Fachtag organisiert. Experten informierten, wie sich in Pandemiezeiten bei Jugendlichen das Interesse für demokratische Beteiligung umsetzen lässt.

Für die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in den kommunalen Jugendreferaten sowie der Schul- und Jugendsozialarbeit im Kreis hatte der Online-Fachtag, veranstaltet vom Kreisjugendreferat, viele Anregungen. Experten informierten aus Theorie und Praxis, wie sich in digitalen Zeiten und unter Pandemiebedingungen bei Jugendlichen das Interesse für demokratische Beteiligung umsetzen lässt. Rund 70 Teilnehmer folgten Vorträgen und nahmen an digitalen Workshops teil. Ein Blick auf das Programm zeigt, wie facettenreich Demokratieförderung ist.

Nach einem Überblick über digitale Kontakt- und Beteiligungsformate präsentierte Professor Kurt Möller von der Hochschule Esslingen seine Forschungsergebnisse zur „Demokratischen Bildung in der Offenen und aufsuchenden Jugendarbeit“. Michaela Köttig, Professorin an der Frankfurt University of Applied Sciences, referierte über „Bindung und Beziehung als Grundlage politischer Bildung mit Jugendlichen im Kontext der Demokratieförderung“. Dabei betonte sie die besondere Bedeutung einer professionellen Nähe und stabilen Bindung zu den Jugendlichen, die gerade in schwierigen Zeiten Halt und Orientierung geben kann.

Viele Beispiele aus der Praxis

In Workshops wurden Einblicke in Beteiligungsprojekte gegeben: Michael Burbach, Jugendreferent der Stadt Plochingen, berichtete über die Jugendbeteiligung beim Projekt „Linie 13“, bei dem ‒ auch mit Unterstützung digitaler Medien ‒ ein alter Linienbus umgebaut wurde. Udo Wenzel, Experte in der kommunalen Jugendbeteiligung, stellte Beteiligungsmöglichkeiten bei Gemeindeentwicklungs- und Stadtplanungsprozessen vor, die mit dem Einsatz von digitalen Hilfsmitteln gut gelingen können. Jürgen Ertelt von der Fachstelle für internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland stellte ebenfalls digitale Formen der Jugendbeteiligung vor.

Anna Groß, Geschäftsführerin des Berliner Musiklabels „Springstoff“ und Claudia Barth, Professorin an der Hochschule Esslingen, nahmen sich in ihren Workshops den Verschwörungstheorien an, in anderen Workshops wurde auf Gefahren durch Extremismus, Populismus sowie Aufrufe zu Gewalt und Hass im Netz aufmerksam gemacht. Insgesamt präsentierten die Referenten ein breites Themenspektrum zur Aufgabe der Demokratieförderung. pm

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