Zwischen Neckar und Alb

Kacheln sind wieder aufgetaucht

Geschichte Das Rätsel um den kostbaren Boden der Plochinger Ottilienkapelle ist gelöst. Die Spur führt nach Stuttgart ins Landesmuseum und in das Ludwigsburger Keramikmuseum. Von Claudia Bitzer

Im Keramikmuseum im Schloss Ludwigsburg (mittleres Foto) finden sich die gleichen Muster wie in Plochingen. Fotos: Roberto Bulgr
Joachim Hahn zeigt die Reste der Kacheln, die in der Ottilienkapelle noch erhalten und unter Glas gesetzt sind. Foto: Roberto Bulgrin

Die Ottilienkapelle in Plochingen ist 1328 das erste Mal erwähnt worden. 1466 wurde sie nach Westen erweitert. Beides belegen noch wenige Quadratmeter Bodenkacheln: die alten Fliesen aus der Gründungszeit, von denen immer vier aneinanderlegt ...

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Ältester Bau Plochingens

Die Ottilienkapelle am Marktplatz steht an einem Ort, an dem eine vorchristliche Kultstätte und ein Brunnen verortet waren, der angeblich gegen Augenleiden half. Der ältere, östliche Teil und Chor der Kapelle wurden unter dem Reichsritter Johann von Plochingen 1328 erbaut. 1466 wurde sie erweitert um den westlichen Teil und den Turm unter Graf Ulrich dem Vielgeliebten.

Die ehemals „Untere Kirche“ Plochingens verlor im Laufe der Jahre an Bedeutung: 1878 bis 1927 diente sie als Kleinkinderschule. Bei der Renovierung in den frühen 1990er Jahren stieß man auf Teile der Originalböden mit teils glasierten Terrakottafliesen aus dem 14. und 15. Jahrhundert. cb