Zwischen Neckar und Alb

Kampf gegen die lästigen „Elterntaxis“

Schulen Am Robert-Bosch-Gymnasium gehen Pädagogen, Eltern und das Ordnungsamt gegen familiäre Bringservices vor.

Wendlingen. Manche bringen ihren Sprössling nicht nur zur Schule, sondern tatsächlich bis zum Eingang des Schulgebäudes - wer jetzt schmunzelt, der hat die Szenen, die sich am Robert-Bosch-Gymnasium und der Johannes-Kepler-Realschule abspielen, noch nicht miterlebt. Mit einer Kontrollaktion haben die Schulen am Dienstagmorgen solchen „Elterntaxis“ den Kampf angesagt. „Schade, heute ist das Wetter zu gut, da kommen tatsächlich viele Schüler mit dem Fahrrad“, bedauern einige der Lehrer und Elternvertreter, die mit Handzetteln entlang der Höhenstraße stehen und auf die Mütter und Vater warten, die ihre Kinder mit dem Auto an der Schule abliefern.

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Morgens zwischen 7.15 und 7.45 Uhr sowie in der Mittagszeit steppt rund um das Schulzentrum „Am Berg“ in Wendlingen eigentlich der Bär. Dann kämpfen sich unzählige Elterntaxis die Höhenstraße entlang, halten dort im absoluten Halteverbot, parken in der Feuerwehrzufahrt, auf Lehrerparkplätzen oder am besten gleich auf dem Schulhof. Aus diesem Grund hat die Stadt Wendlingen als Schulträger bereits ein Schild angebracht, das eben dieses Parken im Schulhof untersagt. Der Erfolg ist allerdings mäßig.

Jede Mutter und jeder Vater, die sich trotz der offensichtlichen Kontrolle nicht ums Halteverbot scheren, bekommen von den Lehrkräften bei dieser Aktion zwei Flyer in die Hand gedrückt. Ein Flyer macht auf die Gefahren aufmerksam, die der Fahrservice für die Schüler mit sich bringt. Nicht nur drängeln sich die Autos in der Höhenstraße durch das bunte Gemisch radelnder Schülern oder Kinder, die zu Fuß kommen. So mancher lässt sein Kind zur Straße hin aussteigen und gefährdet andere mit Wendemanövern.

Dabei liegen die Vorteile auf der Hand, den Schulweg gemeinsam mit Klassenkameraden zurückzulegen. Mehr Bewegung verbessert die Konzentration und soziales Miteinander wird eingeübt. Denen, die gar nicht auf den Bringdienst verzichten können oder wollen, rät die Schule, Fahrgemeinschaften zu bilden oder im Umkreis von 250 Metern zu parken, damit sich die Verkehrssituation um das Schulzentrum entzerrt. Der zweite Flyer klärt Eltern darüber auf, welche Ordnungswidrigkeiten sie begehen und welche Konsequenzen es haben kann, wenn sie etwa auf dem Gehweg parken. Dann werden bis zu 15 Euro fällig. In zweiter Reihe parken schlägt mit Beträgen bis zu 35 Euro zu Buche, im Halteverbot ebenfalls. Auch das Zuparken einer Feuerwehrzufahrt kostet 35 Euro. Ob die Aufklärung Wirkung zeigt oder Wiederholungen der Aktion nötig sein werden, wird sich in den kommenden Wochen zeigen. Sylvia Gierlichs